Konzertinformationen der Saison 2019/ 2020

Konzert

mit dem Geiger

Remus Azoitei

und dem Pianisten

Eduard Stan

am Mittwoch, dem 4.03.2020, 20:00Uhr

im Herrenhaus Borstel

Das Programm des Konzertabends:

Werke unter dem Thema „HEIMATKLÄNGE“:

Johannes Brahms (1833-1897): Violinsonate G-Dur op.78
George Enescu (1881-1955): Impressions d´enfance op.28
Bela Bartok (1881-1945): Rumänische Volkstänze (zum 75.Todestag)
Ludwig van Beethoven (1770-1827): Violinsonate Nr.7 c-Moll op.30 Nr.2 (zum 250. Geburtstag)

Johannes Brahms (1833-1897): Violinsonate G-Dur op.78

1. Vivace ma non troppo

2. Adagio

3. Allegro molto moderato

George Enescu (1881-1955): Impressions d´enfance op.28 „Klänge der Kindheit“

1-„Ménétrier“- Der Fiedler

2-„Vieux mendiant“ – Der alte Bettler

3-„Ruisselet au fond du jardin“

– Der Bach am Ende des Gartens

4-„L’Oiseau en cage et le coucou au mur“ -Der eingesperrte Vogel und der Kuckuck an der Wand

5-„Chanson pour bercer“- Wiegenlied

6-„Grillon“ -Die Grille

7-„Lune à travers les vitres“ – Der Mond durch die Fenster

8-„Vent dans la cheminée“ – Der Wind im Schornstein

9-„Tempête au dehors, dans la nuit“ –Sturm in der Nacht

10-„Lever de soleil“ – Sonnenaufgang

——–PAUSE—–

Bela Bartok (1881-1945): Rumänische Volkstänze (zum 75.Todestag)

1. Jocul cu bâta (Stabtanz). Allegro moderato

2. Brâul (Rundtanz). Allegro

3. Pe Loc (Stampftanz). Moderato

4. Bubiumeana (Kettentanz). Moderato

5. Poarga românesca (Rumänische Polka)

6. Allegro

7. Mâruntel (Zwei Schnelltänze). Allegro

8. Allegro vivace

Ludwig van Beethoven (1770-1827): zum 250.Geburtstag

Violinsonate Nr.7 c-Moll op.30 Nr.2

1. Allegro con brio

2. Adagio cantabile

3. Scherzo. Allegro

4. Finale. Allegro

REMUS AZOITEI (Violine) & EDUARD STAN (Klavier)

Sie sind zu Hause auf den Bühnen dieser Welt – der Geiger Remus Azoitei und der Pianist Eduard Stan. Beide sind Meister ihres Fachs und auch als Solisten erfolgreich unterwegs. Seit seiner Gründung im Jahr 1999 hat sich das aus Rumänien stammende Duo Remus Azoitei und Eduard Stan als „herausragend unter den Duo-Partnerschaften“ (Classical Source) etabliert. Die beiden Künstler gastieren regelmäßig an so bedeutenden Musikstätten wie z.B. Carnegie Hall New York (WRH), Wigmore Hall London, Konzerthaus Wien, Concertgebouw Amsterdam u.a.

Ein Meilenstein für den internationalen Durchbruch des Duos war die Weltersteinspielung des Gesamtwerks für Violine & Klavier von George Enescu bei Hänssler Classic 2007/08 (2 CDs). Das Projekt erntete weltweit Lobeshymnen und gilt als Referenzaufnahme dieses anspruchsvollen Repertoires. Seither haben sich die beiden Vorzeige-Künstler als musikalische Botschafter ihres Heimatlandes um die Kultur Rumäniens und insbesondere um die Verbreitung der Musik Enescus verdient gemacht.

Eduard Stan, 1967 als Spross rumänischer Eltern im multikulturellen Kronstadt in Siebenbürgen geboren, wird von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als „Pianist mit eminentem Klangfarbensinn“ bezeichnet. Seine Auftritte führten ihn an so renommierte Stätten wie z.B. Carnegie Hall New York, Konzerthaus Berlin, Concertgebouw Amsterdam, Konzerthaus Wien,Laeiszhalle Hamburg, Gasteig München u.a.

Anlässlich seines Londoner Wigmore Hall Debüts würdigte Classical Source seine Darbietung als „Klavierkunst von allerhöchster Beherrschung“. Als vielseitiger Musiker ist Eduard Stan ein geschätzter Kammermusikpartner, dem die Zeitschrift The Strad ein „feines Gefühl des Sich-Zurücknehmens und ein instinktives Gespür für Klangbalance“ attestiert. . Mit seinem Geigenpartner und Landsmann Remus Azoitei, Violinprofessor der Royal Academy of Music London, begeht er 2019 sein 20-jähriges Bühnenjubiläum als Duo.

Für Hänssler Classic hat Eduard Stan Solo-CDs mit Musik von Bach, Schubert, Chopin, Liszt, Fauré, Ravel und Debussy eingespielt, die hervorragende Kritiken erhielten. In Weltersteinspielung erschien bei diesem Label 2007/08 das Gesamtwerk von George Enescu für Violine und Klavier auf 2 CDs, zusammen mit Remus Azoitei. Das Projekt erntete vielfach Lobeshymnen und gilt als internationale Referenzeinspielung dieses Repertoires.

2010 veröffentlichte Thorofon eine Chopin-CD, die einen Kritiker veranlasste zu schreiben: „Nur selten wurde mir in Vergangenheit ein vergleichbarer Hörgenuss mittels einer CD beschieden, die ganz offensichtlich in einer so begnadeten Gemütsverfassung eingespielt wurde und mir zugleich Erinnerungen an so manche Aufnahme großer Meister weckte… Dies sind Interpretationen, die mich vielfach an den Seelenzustand eines Pianisten-Vorgängers vom Schlage Wilhelm Kempffs erinnern.“ (VictorEskenazy)

Seinen pianistischen Feinschliff erhielt Eduard Stan bei Arie Vardi, Karl-Heinz Kämmerling und Martin Dörrie an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, wo er sein Konzertexamen absolvierte. Wichtige künstlerische Impulse verdankt er Persönlichkeiten wie Herbert Blomstedt, Matthias Goerne, Paul Badura-Skoda, Karl Engel und Boris Berman. Eduard Stan lehrte mehrere Jahre an der Musikhochschule Lübeck und war Initiator und künstlerischer Leiter des Enescu-Festivals Heidelberg / Mannheim 2005.

Für seine Verdienste um die Verbreitung rumänischer Kultur im Ausland wurde er 2009 wurde mit dem wichtigen Prometheus-Kulturpreis seines Heimatlandes ausgezeichnet.

Remus Azoiţei

Der weltweit anerkannte Violinist Remus Azoiţei lebt und lehrt heute überwiegend in London, konzertiert aber häufig auch in seiner alten Heimat Rumänien. Er gab mit acht Jahren sein Debüt mit dem Sinfonieorchester seiner Heimstadt Galatz. Nach Abschluss des Konservatoriums in Bukarest in der Klasse von Professor Daniel Podlovski war der junge Violinist Stipendiat an der berühmten Juilliard School in New York. Dort studierte er unter anderem bei Dorothy Delay, Masao Kawasaki und Itzhak Perlman, am Ende seines Aufenthalts erlangte er den Titel Master of Music. Azoiţei steigt anschließend als Solist mit den prestigeträchtigsten Ensembles der Welt auf die Bühne, darunter das Philharmonie-Orchester von Radio France, das Philharmonie-Orchester „George Enescu“ oder das Belgische Nationalorchester. Er arbeitete mit großen Dirigenten zusammen wie Lawrence Foster, Dimitri Kitaenko, Michael Sanderling.

Zu seinen wichtigsten Auftritten in den letzten Jahren zählten jene in der Carnegie Hall in New York, im Concertgebouw Amsterdam, in der Salle Cortot Paris, im Konzerthaus Berlin, im St. Martin in the Fields und Wigmore Hall in London oder dem Wiener Konzerthaus. Im Jahr 2005 führte er beim Internationalen Musikfestival George Enescu gemeinsam mit Nigel Kennedy das Doppelkonzert für zwei Violinen und Orchester in d-Moll von Johann Sebastian Bach auf. Das Konzert wurde von 19 Radio- und Fernsehsendern in Europa übernommen, darunter BBC, Arte und Mezzo.

2001 wurde Remus Azoitei zum jüngsten Violinprofessor in der Geschichte der Royal Academy of Music London berufen. Er ist Gründungsmitglied und künstlerischer Leiter der Enescu Society in seiner Wahlheimat London und spielt auf einer 1735 gebauten Niccolo Gagliano Geige aus der Sammlung der Royal Academy of Music.

„Azoiţei hat alle Grundvoraussetzungen: eine markante Sensibilität, eine sanfte, jedoch nicht übertriebene Tonlage und ein beeindruckendes Spektrum an Emotionen und Dynamik“ – so die Rezension von The Strad. The Gramophone lobte derweil den „raffinierten, jedoch vibrierenden Stil von Remus Azoiţei… Ein Solist, der das Temperament, die Geigenkunst und Eleganz der Ausführung auf eine sehr besondere Art und Weise kombiniert.“

George Enescu

Der Rumäne George Enescu (1881-1955), eines der großen Musikwunder des 20. Jahrhunderts, blieb bis in unsere Tage eine Randfigur des Kulturlebens: Kaum jemand nimmt sich der Werke des hochbegabten Komponisten, Geigers und Pianisten an. Laut Pablo Casals „das größte musikalische Phänomen seit Mozart“.

Sein Zyklus „Impressions d’enfance“ , den wir an dem Konzertabend hören, ist eine Sammlung von Stimmungsbildern, die durch Enescus eigene dörfliche Kindheit in Rumänien unmittelbar inspiriert ist. Wir hören einen Straßenmusikanten sein seltsam trauriges Lied spielen, wir erleben einen alten Bettler, das Gezwitscher eines Vogels im Käfig, eine Grille, einen nächtlichen Sturm. . . Was für ein Mysterium ist doch der individuelle „Innenraum“, den jeder Mensch ganz allein für sich hat.
Solche musikalisch-existentiellen Erfahrungen ermöglichen der Geiger Remus Azoitei und der Pianist Eduard Stan auf der Basis vollkommener Beherrschung ihrer Instrumente, gepaart mit einer faszinierend kreativen interpretatorischen Phantasie – es ist, als hätten sie sich ihr Leben lang mit Enescu beschäftigt.

***************************************************************

„Stans besondere Leistung ist sein Engagement für seinen großen Landsmann George Enescu. Hierzulande viel zu wenig aufgeführt, hat dies Stan dazu veranlasst, als sein interpretatorischer Prophet zu wirken.“

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 2010 – Claus Regnault

Essay von Eduard Stan (2005)

George Enescu – Ein musikalisches Universal-Genie

George Enescu (frz. Georges Enesco), laut Pablo Casals „das größte musikalische Phänomen seit Mozart“, ist einer der Giganten der Musik des 20. Jahrhunderts. Geboren am 19. August 1881 in Liveni / Rumänien – in der Moldau, im Nordosten des Landes – starb er am 4. Mai 1955 in einem Pariser Hotelzimmer. Dieser geniale Komponist, Geiger, Dirigent, Pianist und Pädagoge in Personalunion – wobei der Begriff „Genie“ auf all die genannten Disziplinen zutrifft – gehört mit seiner Musik gleichwohl zu den am meisten vernachlässigten Persönlichkeiten im heutigen Konzertbetrieb.

Der Geiger Enescu

In Europa erlangte Enescu vor allem als Geiger frühen Ruhm. In einer Epoche, in der Bach-Interpretationen von romantischen Aufführungstraditionen geprägt waren, wurde sein Bachspiel legendär und von vielen als das Klarste und Visionärste seiner Zeit beschrieben. So berichtet Ida Haendel, die von Carl Flesch zu Enescu kam:

„Enescu eliminierte den ganzen überflüssigen Zierrat in meinem Spiel und ließ mich mit der Bach’schen Anatomie allein … Für Enescu war es das größte Kompliment, als eine Dame ihn nach einem Bach-Stück fragte: `Maître, haben sie soeben etwas gesagt?´ Sie dachte, er habe zu ihr gesprochen. Er ließ die Musik mit solcher Eindringlichkeit sprechen, dass Sie jeden Satz, jede Phrase als Sinn-Zusammenhang verstehen.“

Auch Norbert Brainin – Geiger des Amadeus-Quartetts – bezeugt, welchen Eindruck Enescu nach einigen Solo-Bach-Recitals 1950 im englischen Bryanston hinterließ:

„Er verwandelte jeden und alles – er verklärte uns vollständig. Nachdem wir Enescu gehört hatten, waren wir niemals wieder dieselben.“ Yehudi Menuhin, von Enescu „durch Beispiel, nicht durch Worte“ gelehrt, schwärmt von seinem „Vibrato, dessen Ausdruck unbegrenzt variabel war“ und von den „herrlichsten Trillern, die ich von einem Geiger je gehört hatte.“

Dass Enescu zu den herausragenden Geigern des letzten Jahrhunderts zählt, wird nicht zuletzt in der Bewunderung des Dirigenten und Komponisten Manuel Rosenthal deutlich: „Sein Klang war einmalig. Hätte man Enescu im Vergleich mit 10 anderen Virtuosen hinter einem Vorhang spielen lassen, hätte man mit Sicherheit sagen können: `Da – das ist Enescu!´“

Der Pianist Enescu

Kein geringerer als Enescus Studienfreund Alfred Cortot erinnerte sich in späten Jahren daran, wie sehr ihn Enescus Darbietung von Beethovens Waldstein-Sonate beeindruckt hatte. Zwischen 1897 und 1952 ist Enescu in weit über 100 Konzerten als Pianist aufgetreten und hat dabei Musikern wie Pablo Casals, Jacques Thibaud, David Oistrach, Yehudi Menuhin, Carl Flesch, Yvonne Astruc, u.v.a. zur Seite gestanden. Ein Konzertplakat bezeugt z.B., dass der Pianist Enescu im Juni 1938 in Paris (Salle Pleyel) mit Thibaud Beethovens Violinsonaten c-moll (op. 30/2), G-Dur (op. 30/3) und die Kreutzer-Sonate spielte…

Ein Genie wie Enescu konnte an einem Abend als Geiger mit dem russischen Pianisten Lev Oborin Violinsonaten von Mozart und Franck interpretieren, und im Anschluss vom Klavier gemeinsam mit David Oistrach Griegs Violinsonate c-moll musizieren! Unvergessen ist seine Zusammenarbeit mit dem Wiener Rosé-Quartett oder dem Moskauer Vuillaume Quartett (mit Vuillaume z.B. in Schumanns Klavierquintett, Ende 1945 in Bukarest).

So ist es wenig verwunderlich, dass Enescu die Erstaufführungen einiger seiner Klavierwerke selbst vornahm. Der rumänischen Rundfunk und das Label Electrecord verwahrt Tondokumente mit Enescu als Pianist, in denen er sowohl als Solist am Klavier wie auch als Begleiter einiger seiner Kammermusikwerke zu hören ist.

Der Komponist Enescu:
Plädoyer für ein bedeutendes Vermächtnis

Enescus Lebensziel bestand seit frühester Kindheit darin, Komponist zu werden. Kaum hatte der Fünfjährige mit dem Notenlesen und Klavierspiel begonnen, begann er schon zu komponieren. Er fühlte zeitlebens eine tiefe innere Berufung für diese Aufgabe, getrieben von humanistischen Idealen, denn „der Zweck der Kunst ist, die Menschen auf dem Weg zum Besseren voran zu bringen“ – so Enescu. Sein Sendungsbewusstsein hatte dabei auch patriotisch-mythische Züge:

„Ich bin mit der Erde verwurzelt, auf einem Boden voller Sagen und Legenden geboren. Mein ganzes Leben verlief unter dem Einfluß der Götter meiner Kindheit…“

Alle anderen musikalischen Tätigkeiten plante er nach und nach zugunsten des Komponierens in den Hintergrund zu rücken. Dass dies nicht gelingen sollte, dafür sorgte u.a. seine Muse und spätere Frau, Prinzessin Marie Cantacuzino – genannt Maruca – deren aufwändigen Lebensstil er durch seine Konzerte finanzierte…

Der Kompositionsstil Enescus passt in keine Schablone irgendeiner europäischen Schule oder Strömung. Ausgangspunkt ist zwar die Inspiration durch die Volksmusik Rumäniens, ihre Hirten-„Doine“ (Singular: Doina) und ihre ziehenden Musikanten und Zigeuner, die seine frühe Kindheit geprägt haben – eine Musik, die durch den rumänischen Begriff „dor“ charakterisiert wird, den die deutschen Bezeichnungen „nostalgisch, kummervoll oder träumerisch“ nur teilweise erfassen. Diese Tatsache ist jedoch nur ein Drittel der Wahrheit (wie nachfolgend erläutert wird), obwohl ihm dadurch fast zwangsläufig das Etikett „Nationalkomponist Rumäniens“ angeheftet wurde. Ceausescus kulturpolitischer Chauvinismus hat Enescu zu einem nationalistisch- folkloristischen Komponisten degradiert – eine plakative Rolle, die Enescus Ansehen als Komponist eher geschadet hat.

Selbst in Musikerkreisen gibt es leider genügend Nichtinformierte, die Enescu für eine Balkan-Größe von regionaler Bedeutung halten… Dass Enescu im Westen hauptsächlich durch die beiden frühen, zwar wunderschön eingängigen, stilistisch aber wenig repräsentativen Rumänischen Rhapsodien bekannt ist, tut ein Übriges. Dazu bemerkt Noel Malcolm:

„Enescu allein anhand dieser Werke zu beurteilen ist, als wollte man seine Meinung über Ravel ausschließlich auf das Hören des Boleros gründen.“

Zu einer reifen, eigenständigen Komponistenpersönlichkeit wurde Enescu erst durch die nächsten beiden Stationen seines Lebens, Wien und Paris. Dabei waren vor allem die Wiener Jahre 1888 bis 1894 für die weitere Entwicklung des „kleinen rumänischen Mozarts“ (so eine Wiener Zeitung) ausschlaggebend.

Bereits als Neunjähriger genoss er Robert Fuchs’ Kompositions- und Harmonielehre-Unterricht am Wiener Konservatorium, und insbesondere war die direkte Begegnung mit Brahms in Wien 1893 für den jungen Enescu prägend. In dessen Anwesenheit hat er als Geiger im Orchester des Wiener Konservatoriums Brahms’ 1. Sinfonie und d-moll-Klavierkonzert aufgeführt, war bei der ersten privaten Aufführung des Klarinettenquintetts anwesend und konnte sich noch in späten Jahren lebhaft an Brahms’ Klavierspiel erinnern.

Der Komponist Enescu hat mit seiner Vorliebe für die klassischen Formen Sinfonie und Sonate in Brahms’ großen sinfonischen und kammermusikalischen Werken zeitlebens einen Orientierungspunkt gefunden. Diese Formen belebte Enescu durch eine besondere und für ihn typische Art des zyklischen Gedankens: In Finalsätzen zitiert er nicht nur Themen früherer Sätze, sondern häuft diese gleichsam übereinander auf, blendet sie simultan ins musikalische Geschehen ein, so dass versteckte Verwandtschaften offenkundig werden. In Paris, wo er nach Massenet in Fauré 1896 einen inspirierenden Kompositionslehrer fand, lernte er vor allem die Kunst raffinierter Orchestrierung und klangfarblicher Elastizität. Beim „Fugen-Papst“ André Gédalge verfeinerte er das kontrapunktische Handwerkszeug und entwickelte seine so subtil verästelte Heterophonie weiter. Trotz langer Jahre in Paris verfiel Enescu nicht dem Zeitgeist des Impressionismus und blieb sich selbst treu. Der Schlüssel dafür liegt in Wien…

Enescu ist eine singuläre Erscheinung im europäischen Musikkosmos, die in einzigartiger Weise deutsche und französische Einflüsse mit dem rumänischen Idiom in sich vereinigt. Seine Originalität erreicht er durch die Synthese von vorklassischen Einflüssen (Vorliebe für Suiten- und Tanzformen), klassizistischer Architektur (Beethovens Schatten erreicht auch Enescu!),

romantischer Harmonik mit starker modaler Einfärbung (letztere ist eine der Referenzen an die rumänischen Wurzeln), impressionistisch angehauchtem Klangsinn und von rumänischer Volksmusik durchdrungener Rhythmik und Melodik.

Enescu war ein Neuerer subtiler Art, weit entfernt von einem Haschen nach Innovation als Selbstzweck, ohne jegliches Interesse an Zwölfton- oder seriellen Techniken und immer auf der Suche nach künstlerischer Wahrhaftigkeit. Warum zum Spätstil hin seine Musik zunehmend spontaner klingt, im Charakter eines permanenten „Quasi Improvisando“, so als wäre nichts vorgegeben, als entstünde vollendete Form aus einer Inspiriertheit des Augenblicks heraus, obwohl seine Notation mit den Jahren immer minutiöser wird – dies bleibt ein Geheimnis Enescus.

In einer Zeit, in der so viele vernachlässigte Komponisten bereits ihre Renaissance erfahren haben, gebührt Enescu mehr als nur eine europäische Rehabilitation. Dieses Genie, das in wunderbarer Weise das musikalische Europa Ost und West in sich vereinigt, hat (s)einen Platz auf der „UNESCO-Liste des Weltkulturerbes“ verdient. Möge die Musik dieses Titanen des 20. Jahrhunderts insbesondere nach seinen Jubiläumsjahren 2005 und 2006 die Herzen vieler Musikliebhaber in Deutschland und weltweit erreichen!

© Eduard Stan

***********************************************************************************

Konzert am Samstag, dem 18.Januar 2020, 18:00 Uhr

im Herrenhaus Borstel

Neujahrskonzert

mit dem Ensemble
Psalter Dreyzehn

Musik der Spielleute des 17. und 18.Jahrhunderts

Bernd Kottsieper:
Barockoboe, Klassische Oboe ( Originalinstrument um 1800 ), Renaissance- und Barockflöten, Pommern, Virginal

Reinhard Spielvogel:
Drehleier, Mandoline, Bouzouki, Gesang

Marcus Weseloh:
Drehleier, Sackpfeifen, Flöten, Gesang

Thorsten Stoye:
Schlüsselfiedel, Musette Bechonnet ( Nachbau aus den 50er Jahren des 19.Jhd), Barocke Kleinsackpfeife, Barocke Naturtrompete, Cornet, Gesang

Musikalisches Barock-Spektakel auf historischen Instrumenten

Psalter Dreyzehn präsentiert auf humorvolle Weise die Art von Musik, welche im 17. und 18 Jahrhundert auf der Straße und in Spelunken zu hören war: hier wird von Abenteurern und ihren Liebchen gesungen, von Träumern und Trinkern, von Uhrmachern ohne Werkstatt und von klammen Kisten, in denen wir alle irgendwann verschwinden müssen.

Dabei kommt jedoch die musikalische Kunst gewiss nicht zu kurz, so dass sich das Publikum auf ein abwechslungsreiches, amüsantes und höchst musikalisches Spektakel voller schöner Weisen, spannender Lieder und mitreißender Tänze freuen darf.

Alle Instrumente, die gespielt werden, sind Nachbildungen historischer Instrumente, teilweise selber gebaut oder auch Originalinstrumente. Da wenig darüber dokumentiert ist, in welcher Art und in welcher Besetzung die Spielleute wirklich musiziert haben, nimmt sich Psalter Dreyzehn einige Freiheiten in der Mischung der Instrumente, arrangiert mit viel Phantasie die Stücke für die jeweilige Besetzung und nutzt darüber hinaus die unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten der Improvisation. Psalter Dreyzehn bildet eine große Bandbreite der Musik ab, die im 17.und 18. Jahrhundert außerhalb der strengen Normen der Kirchen und Höfe gespielt wurde. Da spielt die solistische Flöte eines Jacob van Eyck, es erklingen die derben volksnahen Lieder des berühmtesten Liederdichter Schwedens, Carl Michael Bellman und darüber hinaus lässt Psalter Dreyzehn sich nicht entgehen, in ungewöhnlicher Besetzung fanfarenhafte Sätze von Händel, Henry Purcell oder Jean-Joseph Mouret in ganz eigener Weise zu interpretieren. Und nichts liegt näher als noch ein Tänzchen aufzuspielen, um das ganze Spektakel freudig abzurunden.

Spielmänner ( Spielleute ) / Musikant

Mit Spielmännern wurden vornehmlich vagabundierende Musiker in früheren Jahrhunderten bezeichnet.

Musik war in den Augen der Kirche ein Geschenk Gottes und deshalb einem „musicus“ vorbehalten. Den fahrenden Musiker, den „cantor“, sahen Theologen und Kleriker dem gegenüber als Werkzeug des Teufels. Mit seiner sinnenfreudigen und mutwilligen Musik verführe der Spielmann das Volk und bringe es von einem anständigen christlichen Lebenswandel ab, war ein Vorwurf der Kirche.

Der Begriff Musikant ist seit etwa 1600 belegt und deutlich älter als der um 1800 entstandene Begriff des Musikers, der beruflich Musik ausübt. Er beschreibt den Übergang von fahrenden zum „ehrbaren“ Musiker.

Es ist davon auszugehen, dass es zu allen Zeiten der Musikgeschichte Musizierende gab, die außerhalb der Höfe und Kirchen auf Straßen, Plätzen und Wirtshäusern gespielt haben, so auch im 17. und 18. Jahrhundert. Gemälde darüber dokumentieren dies hinreichend.

Um den Ansprüchen bei verschiedensten Anlässen gerecht zu werden, sollte ein Spielmann möglichst viele Instrumente beherrschen. Zu den bevorzugten Instrumenten gehörten Schlaginstrumente, diverse Flöten und Blasinstrumente, sowie gezupfte und gestrichene Instrumente. Die unterschiedlichen Benennungen und Bauformen einzelner Instrumententypen waren mannigfaltig. Generell war der Klang im Allgemeinen relativ hoch (zwischen Sopran und Tenorlage) und hell. Erst gegen Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Bassregion verstärkt und somit die Tonlage tiefer. Das Instrumentarium wurde in privilegierte (das Ansehen des Instruments und die gesellschaftliche Stellung des Spielers betreffende) und gewöhnliche, sowie laute und leise Gruppen eingeteilt. Sie verfügten über einen im Vergleich zu heute relativ beschränkten Tonumfang und hatten nicht allzu große dynamische Differenzierungsmöglichkeiten. Manche Instrumente stammten, in teilweise modifizierter Form, aus dem antiken bzw. nordeuropäischen Raum. Andere wurden speziell im Rahmen der Kreuzzüge aus dem arabischen Raum bzw. Zentralasien importiert.

Im Barock wurden die Instrumente akustisch stark verfeinert, insbesondere die Blasinstrumente bekamen durch andere Rohrformen, Doppelbohrungen und erste Klappen einen höheren Tonumfang.

Das gesamte Mittelalter kannte (wie auch teilweise die Renaissance und auch noch das Barock) keine exakt für ein Musikstück vorgeschriebenen Instrumente oder Instrumentenkombinationen. Meist wurde die genaue Zusammensetzung situationsbedingt dem jeweiligen Anlass und den verfügbaren Instrumentalisten angepasst vorgenommen. Erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts bildeten sich vage Regelungen für Ensembles für verschiedene den Anlässen angepasste Musikgattungen heraus. Leise Musik im intimen Rahmen oder mit „romantischer bzw. religiöser Textaussage“ wurden meist mit Saiteninstrumenten, Blockflöten, Portativ und Gesang aufgeführt. Laute, meist bei festlichen bzw. repräsentativen Anlässen gespielte Musik, war vornehmlich mit Schalmeien, Trompeten, Posaunen, Schlagwerk und Flöten besetzt.

Quellen:

https://musik-antik.jimdo.com/alte_musik.php

Wikipedia

VITAS:

Bernd Kottsieper

Geboren 1969 in Koblenz am Rhein. Spezialisierte sich seit seiner frühen Kindheit auf alte Musik mit den Instrumenten Blockflöte und Cembalo.Bei „Jugend Musiziert“ wurde er 1988 1. Preisträger auf Landesebene.

Von 1990 bis 1998 Studium der Architektur in Trier. Lebt seit 1998 in Hamburg und arbeitet dort als Architekt bei von Gerkan, Marg und Partner.

Von 2001 bis 2014 war er Gesamtleiter der von Volkwin Marg initiierten Kulturveranstaltung Musitektur im Hamburger Architekturbüro gmp. Über diesen Weg lernte er die Hamburger Barockoboistin Renate Hildebrand kennen, die Ihm seinen jahrelangen Traum verwirklichen konnte, Oboe spielen zu lernen.

Zusammen mit dem Architekten und Cembalisten Ulrich Heiwolth konzertiert er regelmäßig mit den klassischen Werken

des Barocks.Über das geschriebene Werk hinaus entdeckt er über die freie Improvisation die unendlichen musischen Welten des Barocks bis zum Jazz. Mit einfühlsamen Klavierimprovisationen entführt er regelmäßig seine Zuhörer in träumerische Welten.

Reinhard Spielvogel

Geboren 1952.Bis zu seiner Pension arbeite er mit behinderten Kindern und Jugendlichen als Sonderschullehrer.

Gehört als Gründungsmitglied der Gruppe „Schmelztiegel“ -mit der er seit 1974 auf unzähligen Konzert- und Festivalbühnen im In- und Ausland unterwegs ist – zu den Urgesteinen des deutschen Folkrevivals.

Neben Theaterauftritten und Ausflügen in FolkJazz- , New Acoustic-und Mittelaltergefilden widmet er sich heute der europäischen BalFolk Musik und bringt seine musikalischen Talente als Mandolinen-, Bouzouki- und Drehleierspieler in das neue und aufregende norddeutscheBandprojekt „Bilander“ ein.

1996 entdeckte er die Drehleier und es war „Liebe auf den ersten Ton“.Seitdem arbeitet er leidenschaftlichan der Erweiterung und Verbesserung seiner Spieltechnik, die er u.a. bei Ph. Destrem, V. Clastrier, G. Chabenatusw. erlernte. Interessiert beobachtet er aber auch die junge Szene in Skandinavien, Belgien. Frankreich und England und besucht entsprechende Kurse. Dies alles spiegelt sich wieder in seiner langjährigen Seminar- und Unterrichtstätigkeit, die sowohl für Anfänger aber auch für Fortgeschrittene interessante und spannende Einblicke bietet.

Marcus Weseloh,

wurde 1976 in Hamburg geboren.

Er arbeitet als Diplom-Informatiker im Bereich Computer-Sicherheit bei der DFN-CERT Services GmbH.

Noch in der Schulzeit hat er dank Thorsten Stoye die mittelalterliche Musik und speziell Instrumente wie Dudelsack, Rauschpfeife und Krummhorn spielen gelernt. Später entdeckte er in England die Liebe zur Drehleier und spielt seit mittlerweile über 20 Jahren in diversen Folk-Ensembles traditionelle und auch moderne Folk-Musik, besonders gerne auch zum Tanz.

Seit ca. 3 Jahren verbindet er musikalische Leidenschaft und berufliche Fähigkeiten und entwickelt die „MidiGurdy“: eine elektronische Drehleier, die sowohl als Übungsinstrument als auch als neuartiges Musikinstrument großes Interesse geweckt hat.

Thorsten Stoye

wurde 1964 in Hamburg geboren und wohnt heute mit seiner Familie in Rellingen.Als Dipl.-Ing. Maschinenbau ist er beim Deutschen Elektronen-Synchrotron beschäftigt, in seiner freien Zeit lebt er jedoch auch als Musiker in vielen Bereichen: Ein ausgesprochener Multiinstrumentalist, der in verschiedenen Folk-Ensembles regelmäßig auf den unterschiedlichsten Bühnen steht.

Derzeit ist er musikalischer Leiter und Dirigent der Musical Company e.V. und Trompeter in diversen Ensembles und Big Bands.

Sein Herz gehört neben seiner Familie jedoch der europäischen Volksmusik der letzten 600 Jahre. In seiner kleinen Werkstatt in Rellingen baut er seit über 20 Jahren historische Blasinstrumente nach; eine Passion, in der er seine berufliche technische Ausbildung mit seiner musikalischen Neigung in wunderbarer Weise vereint sieht.

(Texte dieser Seite: Bernd Kottsieper / Psalter Dreyzehn)
***************************************************************************

Adventskonzert

mit dem Blechbläserquintett

emBRASSment

aus Leipzig

am Donnerstag , dem 05.12.2019, 19:00Uhr

in der Kirche Sülfeld

Das Ensemble

Als sich im Jahre 2000 fünf ambitionierte Leipziger Musikstudenten zu einem noch namenlosen Blechbläserquintett zusammenschlossen, ahnte wohl keiner von ihnen, dass dieses Ensemble mit heute rund 50 Konzerten pro Jahr einmal einen wesentlichen Teil ihres Berufs- und Privatlebens ausmachen sollte!

Nach ersten erfolgreichen Sommertourneen konnte das Ensemble unter dem Namen „emBRASSment“ bald bundesweit ein stetig anwachsendes, begeistertes Publikum musikalisch „umarmen“ und ist heute aus den jährlichen Veranstaltungsreihen vieler Kirchen, Rathäuser und Musikfeste nicht mehr wegzudenken.

Höhepunkte waren dabei nicht zuletzt zwei ausgedehnte Tourneen durch Finnland und Schweden.

Das breit gefächerte Repertoire von emBRASSment umfasst sowohl einschlägige Originalkompositionen für Blechbläserquintett als auch Arrangements von Werken aller Epochen. Von emBRASSment sind mittlerweile fünf Tonträger erschienen, auf denen die Bandbreite des Repertoires und die musikalische Souveränität des Quintetts eindrucksvoll dokumentiert sind:

Von der 2006 eingespielten CD „Delikatessen“ über „Auszüge“ (2009)„Unerschöpflich“ (2011) und „Nordbetont“ (2013) bis hin zur jüngsten Veröffentlichung von der Jubiläums – CD emBRASSment 5.00 (2017) anlässlich des 500. Konzerts durchschreitet der Zuhörer einen ganzen musikalischen Kosmos im edlen Blechbläsergewand.

Die Musiker des Ensembles emBRASSment

Lukas Stolz, in Zwenkau bei Leipzig geboren, studierte ab 2002 an der HMT Leipzig Trompete bei Prof. Peter-Michael Krämer und Tobias Willner. Schon zu Studienzeiten erhielt Lukas ein Engagement bei den Brandenburger Symphonikern. Seit 2011 ist er Trompeter im Philharmonischen Orchester des Theaters Erfurt.

Christian Scholz, in Bautzen geboren bekam 1991 seinen ersten Trompetenunterricht. Er erhielt ein Stipendium zur Teilnahme im Blue Lake Sinfonieorchester in Michigan/USA. Er studierte ab 2002 an der Musikhochschule Leipzig bei Prof. Peter-Michael Krämer. Konzertreisen führten ihn u.a. nach Indien und China.

Jakob Knauer, geboren in Celle, erhielt seinen ersten Hornunterricht im Alter von 10 Jahren. Er wurde Jungstudent bei Prof. Markus Maskuniitty an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und ging zum Studium nach Leipzig zu Prof. Thomas Hauschild an die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“. Jakob Knauer spielt regelmäßig in bedeutenden deutschen Orchestern. Jakob Knauer ist seit Januar 2019 festes Mitglied des Ensembles emBRASSment.

Lars Proxa, 1977 in Herzberg/Elster geboren, bekam an der Musikschule Bad Liebenwerda von 1985 an Trompetenunterricht bei W. Wolf. Später wechselte er auf die Posaune. 1993 wurde er in die Nachwuchsförderklasse der Musikhochschule Leipzig aufgenommen, an der er ab 1996 bei Karl Jacob bzw. Jörg Richter studierte. Er ist seit 2002 Mitglied des Leipziger Symphonieorchesters. Als Gründungsmitglied ist er der Manager des Ensembles.

Nikolai Kähler bekam von 1995 an Unterrichtan der Leipziger Musikschule „J.S.Bach“. Mit dem Quartett „audio quattro“ entdeckte er die Kammermusik und erhielt einen 2.Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Er studierte von 2003 bis 2006 Tuba an der HfMT Leipzig. Darauf folgten bis Sommer 2008 drei Semester Gaststudium bei Michael Lind in Stockholm. Dort spielte er als Aushilfe bei den königlichen Philharmonikern. Sein Diplom legte er 2010 an der UdK Berlin bei David Cribb ab.

(Text: emBRASSment)

*******************************************************************************

Klavierabend

mit

Alexander Krichel

am Samstag, dem 19. Oktober 2019

im Herrenhaus Borstel

Mit 30 Jahren hat sich Alexander Krichel als eine der vielversprechendsten und intelligentesten Stimmen unter den jungen Pianisten etabliert. Seit er mit seiner beeindruckenden Debüt-CD für Sony Classical zum ”Nachwuchskünstler des Jahres” beim ECHO Klassik 2013 gekürt wurde, hat der deutsche Pianist eine Reihe von Aufnahmen veröffentlicht, die von der Kritik mit Begeisterung gefeiert wurden, darunter Rachmaninovs Zweites Klavierkonzert mit der Dresdner Philharmonie unter Michael Sanderling und zuletzt „Miroirs“, ein Album mit Solo-Repertoire von Maurice Ravel.

Am 1. Februar 2019 erschien seine fünftes Album mit dem Titel „An die ferne Geliebte“ mit Werken von Beethoven, Wagner, Kreisler und Schumann bei Sony Classical. Die Tournee zum neuen Album umfasst rund 20 Konzerte, u.a. im Konzerthaus Berlin, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Konzerthaus Wien, dem Kurhaus Wiesbaden, der Meistersingerhalle in Nürnberg, sowie in Zürich, Bremen und Kiel.

Der gebürtige Hamburger begann sein Klavierspiel im Alter von sechs Jahren und wurde mit fünfzehn Vorstudent an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. 2007 setzte er seine Studien bei Vladimir Krainev an der Hochschule für Musik, Theater und Medien fort, bevor er zu Dmitri Alexeev an das Royal College of Music in London ging, wo er sein Studium 2016 mit Auszeichnung abschloss. Von 2012 bis 2015 war Krichel Künstler des stART Förderprogramms von Bayer Kultur.

Abseits des Klaviers begeistert sich Alexander Krichel für Mathematik, Naturwissenschaften und Fremdsprachen. Er engagiert sich in Projekten, die Kindern und Jugendlichen Zugang zur klassischen Musik verschaffen und setzt sich in der Hospizarbeit in Hamburg ein.

*******************************************

Alexander Krichel spielt in einem faszinierenden Programm voller Liebesleid und Liebesfreud Klavierwerke von Beethoven, Schumann, Wagner, Liszt und Kreisler.

Programm des Konzertabends am 19.10.2019:

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)

„An die ferne Geliebte“ op. 98

1-Auf dem Hügel sitz ich spähend

2-Wo die Berge so blau

3-Leichte Segler in den Höhen

4-Diese Wolken in den Höhen

5-Es kehret der Maien, es blühet die Au

6-Nimm sie hin denn, diese Lieder

Transkribiert für Klavier von Franz Liszt

*******************************************

Fritz Kreisler (1875 – 1962)

1-Liebesleid

2-Liebesfreud

Transkribiert für Klavier von Sergej Rachmaninov

*******************************************

Richard Wagner (1813 – 1883)

„Isoldes Liebestod“ aus der Oper „Tristan und Isolde“

Transkribiert für Klavier von Franz Liszt

*******************************************

Robert Schumann (1810-1856)

Symphonische Etüden op.13

Thema – Andante

Etude l – Un poco più vivo

Etude ll – Marcato il canto

Etude lll – Vivace

Etude lV –

Etude V – Scherzando

Etude Vl – Agitato

Etude Vll – Allegro molto

Variation l

Variation ll

Variation lll

Variation lV

Variation V

Etude Vlll – Sempre marcatissimo

EtudelX- Presto possibile

EtudeX-

EtudeXl- Con espressione

EtudeXll- Finale – Allegro brillante

*******************************************

1816 komponierte Ludwig van Beethoven mit „An die ferne Geliebte“ den ersten Liederzyklus der Musikgeschichte. Beethoven widmete es seinem Freund und Förderer Fürst Joseph von Lobkowitz, der das Werk, kurz nach dem Tod seiner Frau, bei ihm in Auftrag gab. Mit diesem Liederzyklus in der Klaviertranskription von Franz Liszt eröffnet jetzt Pianist und ECHO-Preisträger Alexander Krichel sein gleichnamiges Solo-Album „An die ferne Geliebte“, das sich um die Liebe und die Sehnsucht in der Musik dreht. Daneben hat er mit Richard Wagners „Isoldens Liebestod“ sowie Fritz Kreislers „Liebesleid – Liebesfreud“ zwei weitere Klaviertranskriptionen eingespielt, die von Liszt bzw. Sergej Rachmaninov stammen. Und mit Robert Schumanns „Sinfonischen Etüden“ spielt er eines der anspruchsvollsten Klavierwerke der Romantik.

Um Abschied geht es nicht nur in Beethovens Zyklus „An die ferne Geliebte“ mit seinen sechs nahtlos ineinander übergehenden Liedern. Mit „Isoldens Liebestod“ aus dem 3. Akt von Wagners „Tristan und Isolde“ erklingt der wohl berührendste Abschiedsgesang, der jemals für das Musiktheater komponiert wurde. In seiner Transkription gelang es Franz Liszt, sowohl die Klangfülle des Orchesters, wie auch die Empfindsamkeit des Isolde-Gesangs so einzufangen, dass dieser „metaphysische Schwanengesang“ (Friedrich Nietzsche) auch am Klavier seine Wirkung nicht verfehlt.

Wesentlich virtuoser geht es zwischendurch in den beiden Walzern „Liebesleid“ und „Liebesfreud“ zu, die der legendäre Geiger Fritz Kreisler 1905 schrieb und die sein guter Freund, der russische Komponist und Pianist Sergej Rachmaninov für Klavier einrichtete.

Schumanns „Sinfonische Etüden“ stehen im Zentrum des Albums von Alexander Krichel. 1834 setzte sich Schumann an diese geistig wie manuell enorm anspruchsvolle Komposition. Ausgangspunkt war das Thema in Form eines Trauermarsches, das der Vater von Schumanns damaliger Verlobten Clara ihm geschickt hatte. Von den komponierten 17 Veränderungen, die als Etüden in Form freier Variationen angelegt sind, schaffte es jedoch lediglich ein Dutzend in die Erstausgabe. Die übrigen fünf Etüden, die Schumann verworfen hatte, wurden erst 1873 von Johannes Brahms herausgebracht. Seitdem werden die „Sinfonischen Etüden“ in den verschiedensten Fassungen gespielt. Alexander Krichel spielt nun die fünf postum veröffentlichten Variationen nach der offiziell 7. Etüde. Krichel: „Nach den fünf Variationen, die einen ganz weit weg aus der Realität saugen, ist es dann diese 8. Etüde, die einen wieder zurückholt, die die stärkste Gravitation besitzt. Davon handelt auch ein wenig die CD. Es geht um diese Umschwünge und plötzlichen Richtungsänderungen, die einem in der Kunst, in der Musik widerfahren können – wie auch im Leben.“

Erläuterung

In den Jahren um 1830 erlebte die Klavieretüde eine plötzliche und unverhoffte Aufwertung durch die jungen Romantiker. Frédéric Chopin arbeitete zwischen 1828 und 1832 seine zwölf Etüden Opus 10 aus, die ersten romantischen Beispiele eines Genres, das bislang nur der technischen Ertüchtigung angehender Pianisten gedient hatte. Nun aber wurde die Idee der Etüde, ein bestimmtes technisches Problem in einer exemplarischen Übung abzuhandeln, mit romantischem Inhalt gefüllt. Ob Dreiklangsbrechungen oder Triolenetüde, ob halsbrecherische Passagen oder Legato-Studie – jedes einzelne dieser technischen Probleme wurde plötzlich in Klavierpoesie verwandelt. Dabei dienten die Präludien von Bachs Wohltemperirtem Clavier als Vorbild.

Als Robert Schumann daran ging, seinen größten Band von Etüden zu schreiben, hatte er Chopins Opus 10 schon vor sich, ebenso Bachs Präludien. In der Romantisierung des Genres ging er noch einen Schritt über seine Vorbilder hinaus, indem er die Idee der Etüde mit der Form von Variationen verband. Auch darin war ihm Bach Lehrmeister: Wie der Thomaskantor in den „Goldbergvariationen“ die jeweils zweite Variation der Dreiergruppen in eine technische Etüde verwandelt hatte, dabei aber stets auf dem Boden der gleichen Harmoniefolge geblieben war, so nahm sich nun auch Schumann ein einziges Thema zur Grundlage für zwölf Etüden, die zugleich Variationen des Themas waren. Deshalb lautet der Originaltitel von Schumanns Opus 13: Etüde in Form von Variationen. Erst im Untertitel kreierte Schumann jenen Begriff, den die Nachwelt zum eigentlichen Titel des Opus erkoren hat: Symphonische Etüden. „Symphonisch“ meint hier die thematische Arbeit mit dem Thema, aber auch die geheimen Orchesterstimmen, die sich im Klaviersatz verbergen. Deshalb wollte der Komponist das Opus ursprünglich „Variationen von orchestralem Charakter“ nennen, während ein anderer verworfener Titel den ernsten Ausdruck betont hätte: „Pathetische Variationen“. Nach den Worten des französischen Schumannforschers Marcel Beaufils zählen die Symphonischen Etüden zu den „großen Hymnen auf die tränenreichen Freuden der Starken …, eine der höchsten Eingebungen Schumanns“, ein „athletisches Werk“.

Bei der pianistischen „Athletik“ seines Opus 13 dachte Schumann weniger an sein eigenes Klavierspiel als vielmehr an die pianistischen Künste seines damaligen Lebens- und Kunstgefährten Ludwig Schunke, der im Dezember 1833 nach Leipzig gekommen war, freilich bereits im Herbst 1834 an Tuberkulose starb. Von seinem Klavierspiel schrieb Schumann bewundernd: „Ja, ihn spielen zu hören! Wie ein Adler flog er und mit Jupiterblitzen, das Auge sprühend, aber ruhig, jeder Nerv voll Musik.“ Noch eine andere Klavier- und Liebesbeziehung des Jahres 1834 spielte in die Symphonischen Etüden mit hinein: das Verhältnis zu Ernestine von Fricken. Von ihrem Vater, einem reichen Baron aus dem böhmischen Städtchen Asch, war sie zum Klavierstudium nach Leipzig geschickt worden, und zwar zu Friedrich Wieck, dem Lehrer Schumanns und Vater der damals gerade berühmt werdenden Clara Wieck. Die fünfzehnjährige Clara war damals schon in Schumann verliebt und musste nun Ernestine als ältere und reifere Nebenbuhlerin tränenreich hinnehmen. Wenigstens pianistisch konnte die junge Frau aus Böhmen Clara nicht das Wasser reichen, ansonsten aber begeisterte sich Schumann so für Ernestine, dass er schon an Heirat dachte. Als er aber erfuhr, dass sie nur die Adoptivtochter ihres Vaters war und keinerlei Anspruch auf dessen Einkünfte erheben konnte, ließ er sie fallen. Nur eine reiche Heirat wäre für den mittellosen Komponisten in Frage gekommen.

Dem Vater Ernestines, Baron von Fricken, verdankte Schumann nicht nur diverse Einladungen nach Asch, sondern auch das Thema der Symphonischen Etüden. Der Erstdruck weist eigens darauf hin, dass die Melodietöne (nicht die Akkorde) der Einfall eines „Amateurs“ seien. Ob diese Melodie von Baron von Fricken selbst stammte oder ob dieser Schumann nur das Thema eines Freundes geschickt hatte, ist unklar. Jedenfalls ließ sich der Komponist vom melancholischen Zauber dieses cis-Moll-Themas mit seinen fallenden Dreiklängen anstecken. Gleich die erste Variation ist „symphonisch“ empfunden: Aus der Tiefe des Klaviers entsteht eine Art Orchestermarsch, ein kontrapunktisch gestaffeltes, eigenwilliges Gebilde. So entfernt sich auch jede der folgenden Etüden mehr oder weniger weit vom Thema und drückt ihm seinen eigenen Stempel auf. Dabei werden den zwölf gedruckten Variationen heute meistens noch weitere hinzugefügt, nämlich jene fünf Variationen, die Schumann vor der Drucklegung aussortiert hat. Nina Tichman stellt vier dieser Sätze unter dem Titel Variation zwischen die Etüden. Die Variation I spielt sie nach der ersten Etüde, die Variation IV nach der fünften Etüde und zwei weitere Variationen nach der siebten Etüde. In unserem Programm erklingen also insgesamt 16 Variationen bzw. zwölf Etüden und vier Variationen.

„Jede dieser Etüden ist ein eigenständiges Charakterstück von beachtlichem Ausmaß. Vor allem in der kraftvoll-jubilierenden zwölften Variation, einem ausgewachsenen Finalsatz, den er ursprünglich Siegesmarsch überschreiben wollte, erinnert nur noch wenig an den thematischen Ausgangspunkt dieses Zyklus. Brillanz und Polyphonie, Energie und Expressivität sind die bestimmenden Komponenten dieses pianistischen Mammutwerks … Schumann ist überzeugt, dass dieses Werk beim allgemeinen Publikum nicht ankommen wird, und rät Clara von einer öffentlichen Aufführung ab.“ (Martin Demmler) Dennoch war es Clara, die das Opus in einem Klavierabend im Leipziger Gewandhaus aus der Taufe hob. Alle bösen Gedanken an Ernestine von Fricken und die Eifersucht des Jahres 1834 musste sie dabei ausklammern. (Karl Böhmer)

(Quellen: Wikipedia, Kammermusikführer Villa Musica, Karl Böhmer,Alexander Krichel)

**********************************************************************************************

Konzert mit der

Trompetenklasse Prof.Höfs

am Sonntag, dem 13. Oktober 2019, 16:00 Uhr

im Herrenhaus Borstel

Es ist ein Konzert mit dem Trompetenensemble der Trompetenklasse Prof. Matthias Höfs von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Sechs Trompeter des Ensembles stellen Werke aus verschiedenen Epochen vor – von Bach bis Blues.

Das Konzert findet in Kooperation mit der „Marianne und Bernd-E. Korthals Stiftung“ statt. Im Mittelpunkt des Konzertes steht ein Wettbewerb, in dem herausragende Trompeter der Trompetenklasse ihr Können unter Beweis stellen. Die „Marianne und Bernd-E. Korthals Stiftung“ honoriert den ersten bis dritten Platz mit Geldpreisen.

Der Trompeter Matthias Höfs ist durch seine ausgedehnte Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker mit umfangreichen CD-Einspielungen einem großen Publikum bekannt und ebenso bedeutsam ist seine Trompetenklasse an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Zahlreiche Absolventen seiner Klasse bekleiden inzwischen Spitzenpositionen in deutschen Sinfonieorchestern, sowie auch international in den Orchestern in Tokyo, Buenos Aires, Qatar und Nowosibirsk.

Es geht bei diesem Konzert nicht um die kräftigen Orchestertöne, nicht um das Ensemblespiel einer großen Trompetengruppe, sondern um das feine und nuancenreiche Spiel der Kammermusik. Es wird ein umfangreiches Programm geboten mit Werken für Trompete und Klavier von „Bach bis Blues“. Begleitet wird der jeweilige Trompeter von der Pianistin Mayuko Arita von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Sie werden also bei jedem Werk einen anderen Trompeter hören.

Der Wettbewerb begann bereits mit einer Vorentscheidung in der Hamburger Musikhochschule. Drei Musiker haben sich für das Finale qualifiziert:

Fedor Piliavskii , Sayaka Matsukubo, Alejandro Hincapié Orozco

Der schöne Gartensaal im Herrenhaus Borstel mit dem Konzertflügel ist genau der richtige Ort für diesen besonderen Konzertnachmittag.

************************************************************************************
Konzert

mit dem

SaitenWind Trio

Lisa Butzlaff – Querflöte
Fedor Erfurt – Klarinette, Bassklarinette
Alexander Mironov – Gitarre

am Samstag, dem 21. September 2019

im Herrenhaus Borstel

mit dem Programm „von BACH bis Tango“

Das Programm des Konzertabends

Johann Sebastian Bach / Charles Gounod (1818-1893)

-Ave Maria

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)

aus “Sonate in E-Dur” BWV 1055

-Adagio ma non tanto / -Alegro

Edvard Grieg (1843 – 1907)

Norwegische Tänze op. 35

-Allegro marcato

-Allegretto tranquilo e grazioso

-Allegro moderato alla Marcia

-Allegro molto

Ferdinando Carulli (1770 – 1841)

Trio op.9 Nr.1

-Allegro / -Largo / -Allegretto

***PAUSE ***

Pjotr I. Tschaikowsky (1840 – 1893)

aus “Die Jahreszeiten” op.37

Juni (Barkarole) / Oktober (Herbstlied) / Dezember (Weihnachtszeit)

Amy Beach (1867 – 1944)

aus „Summer Dreams) op.47

The Brownies/ Robin Redbreast / Twilight / Katy-dids / Elfin Tarantelle

Ernesto Nazareth (1863 – 1934)

3 Tangos

-Atrevido / -Garoto/ -Carioca

SaitenWind Trio
Zwei Aerophone und ein Saiteninstrument, sprich: Querflöte, Klarinette und Gitarre. Die Kammermusikbesetzung ist durchaus nicht ganz alltäglich, ergibt allerdings ein besonderes Klangerlebnis, das man in dieser Konstellation kaum zu hören bekommt. Eine wahre Rarität der Kammermusikszene!
Im Jahre 2002 in Bremen während des Musikstudiums kam die Idee auf, mit besagten Instrumenten ein Ensemble zu gründen: Geboren war das SaitenWind Trio! Seit 2012 ist das SaitenWind Trio in Hamburg beheimatet. Zwischenzeitlich hat das Ensemble zwei CDs veröffentlicht: „Serenata Concertante“ und „Die Jahreszeiten“

Lisa Butzlaff
„Die Flötistin Lisa Butzlaff wurde in Sibirien geboren und genoss eine klassische Ausbildung – erst in Sankt Petersburg, anschließend an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ Berlin und zuletzt an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, wo sie das Konzertexamen mit Auszeichnung beendete.

Schon als Kind war sie Stipendiatin ihrer Heimatstadt Irkutsk und Preisträgerin bei zahlreichen Wettbewerben, es folgten mehrere Kammermusikpreise sowie 1. Preis beim Alexander & Buono International Flute Competition in New York.

Zu ihren Tätigkeiten als Solistin und Kammermusikerin zählen Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Festival di Milano Musica, Festival moderner Musik „Warschauer Herbst“, Konzerte mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock und dem Kammerorchester Uelzen, Carnegie Hall New York. Die Konzertreisen führen sie durch Europa, Asien und USA.“

Fedor Erfurt
Bereits mit 15 Jahren, eingestuft als besonders begabt, begann Fedor Erfurt sein Musikstudium im „College of Arts Saratov“ bei Anatolij Urusov. In den Jahren 1996 bis 2000 genoss er Klarinettenunterricht bei Prof. Guido Müller (Hochschule für Musik und Theater Hamburg); gefolgt von einem Klarinettenstudium bei Prof. Marco Thomas an der Hochschule für Künste Bremen. Diverse Meisterkurse sowie etliche Unterrichtsstunden bei Prof. Francois Benda, Jan Doormann, Regine Müller, Stefan Polster, Sebastian Gette v. Poblotzki u.a. runden die Einwirkungen der Klarinettenwelt ab. In der Zeit seines Werdegangs wurde Fedor Erfurt auch von zahlreichen Preisen bei verschiedenen Solo- und Kammermusikwettbewerben nicht verschont.

Heute, als gefragter Solist und Orchestermusiker, gilt die große Leidenschaft jedoch der Kammermusik, mit einer besonderen Note auf das Außergewöhnliche: „Man ist zugleich Solist, der sich einem Anderen unterwerfen muss…“

Alexander Mironov
Gefördert durch ein Stipendium für begabte Kinder und Jugendliche, begann Alexander Mironov bereits mit 17 Jahren am „College für Kultur und Kunst Nowosibirsk“ sein Gitarrenstudium bei Juri Zirjanov. Es folgte ein Studium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Prof. Klaus Hempel, Prof. Olaf van Gonnissen und Prof. Johannes Mono, welches er mit Bestnoten abschloss. Meisterkurse bei Michael Tröster, Michel Sadanowsky u.a. gaben wichtige Impulse für sein weiteres Wirken als Konzertgitarrist. Der Gitarrist des SaitenWind Trios ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe und Stipendiat des Yehudi Menuhin Live Musik Now e.V. Zu seinem musikalischen Schaffen gehören neben reger Konzerttätigkeit auch zahlreiche Kompositionen für Gitarre Solo, Duo und Trio, Lieder und Kammermusik, welche sich sowohl beim Publikum als auch bei Kollegen großer Beliebtheit erfreuen. Weltweite Konzertreisen als Solist und Mitglied verschiedener Ensembles, diverse CD-Produktionen, und Veröffentlichungen eigener Kompositionen bestätigen das breite Wirkungsfeld des gefragten Gitarristen.

(Text: SaitenWind Trio)

Neben den bekannten Komponisten des Abends wieJohann Sebastian Bach (1685 – 1750), Charles Gounod (1818-1893), Edvard Grieg (1843 – 1907) und Pjotr I. Tschaikowsky (1840 – 1893) stehen auch Werke von Ferdinando Carulli (1770 – 1841), Amy Beach (1867 – 1944) und Ernesto Nazareth (1863 – 1934) auf dem Programm.

Amy Marcy Beach, war eine amerikanische Komponistin, Pianistin und die erste amerikanische Frau, die eine Sinfonie schrieb und so in eine damals ausgesprochene Männerdomäne einbrach.

Sie galt als Wunderkind. Es heißt, dass sie bereits mit einem Jahr 40 verschiedene Melodien singen konnte und ein Jahr später begann sie, die zweite Stimme zu improvisieren. Mit dreiJahren brachte sie sich selbst das Lesen bei. Auch als Komponistin pflegte sie ihre autodidaktischen Fähigkeiten: Wie man ein Orchester instrumentiert, lernte sie lediglich nach Hector Berlioz´ Buch über die Instrumentationslehre. Mit vier Jahren trug sie einmal ein Klavierstück aus dem Gedächtnis vor, aber einen Halbton höher, weil das Klavier verstimmt war und sie den Originalklang wollte. Im Jahre 1910 ging Beach auf eine dreijährige Tournee nach Europa, wo sie Konzerte mit eigenen Klavierwerken gab.

Ferdinando Maria Meinrado Pascale Rosario Carulli war ein italienischer Komponist und Gitarrist der Frühromantik.

Carulli erlernte zunächst das Cellospiel. Mit etwa zwanzig Jahren begann er, sich das Gitarrenspiel beizubringen. Dieses Instrument stand von nun an für ihn im Mittelpunkt. Da zu dieser Zeit in seiner Heimatstadt Neapel kein Gitarrenlehrer zu finden war, war er gezwungen, eine eigene Spieltechnik zu entwickeln. Daneben studierte er auch Musiktheorie.

Nachdem er seine technischen Fertigkeiten auf der Gitarre ausreichend entwickelt hatte, gab er zuerst in Neapel und später auch außerhalb Italiens, besonders in Frankreich, Konzerte. Einige erste Veröffentlichungen von Kompositionen für Gitarre erschienen um 1807 bei Ricordi in Mailand. Nach einem Aufenthalt in Wien ließ er sich ab April 1808 endgültig in Paris nieder. Dort galt er in den aristokratischen Salons als erster Gitarrist der Stadt. Carulli war der erste Musiker, der die Gitarre in Paris „salonfähig“ machte. Er gab Konzerte mit überwältigendem Erfolg. Man sagt, dass er nicht der temperamentsvollste Musiker war, jedoch in hohem Tempo und präzise zu spielen vermochte. Er war ein früher Vertreter des Anschlags mit den Fingernägeln.

Er leistete wichtige Beiträge zur technischen Verbesserung der Gitarre. Er verfasste eine populäre Gitarrenschule und schuf insgesamt rund 400 Werke, in der Mehrzahl für Gitarre und Flöte.

Ernesto Júlio Nazareth war ein brasilianischer Komponist und Pianist.

Er war besonders für seine Tangos brasileiros und kammermusikalischen Mazurkas bekannt.Heitor Villa-Lobos nannte ihn „die wahre Verkörperung der brasilianischen Seele“.

Ernesto Nazareth hat 88 Tangos, 41 Walzer und 28 Polkas geschrieben, daneben noch einzelne Kompositionen aus anderen Genres – insgesamt 212 Kompositionen.

(Quellen: Wikipedia)

*****************************************************************************

Das Konzert mit dem Trio Gaubert musste wegen Erkrankung eines Ensemblemitglieds ausfallen.

Konzert

mit dem

Trio Gaubert

Fanny Mayne – Flöte
Nicolas Faure – Violoncello
Patrik Hévre – Klavier

am Samstag, dem 21. September 2019

im Herrenhaus Borstel

Das Trio GAUBERT wurde 2014 von der französischen Flötistin Fanny Mayne, dem französischen Cellisten Nicolas Faure und dem tschechischen Pianisten Patrik Hévr während ihres Studiums an der Hochschule für Musik Nürnberg und der Hochschule für Musik München gegründet.

Schon nach kurzer Zeit ihres gemeinsamen Musizierens beeindruckte das Trio bei Konzerten und Wettbewerben (Leopold Bellan, Fnapec in Paris, Europäischer Kammermusik-Wettbewerb, etc.) als ein Ensemble mit ausgefeilter Spielkultur und hoher Professionalität.

Alle drei jungen Musiker sind Stipendiaten der YEHUDI MENUHIN „Live Music Now“ e.V.in München und konzertieren bereits regelmäßig in Deutschland und in benachbarten europäischen Ländern. Renommierte Künstler wie Bernhard Schmidt vom Mandelring Quartett, Dirk Mommertz vom Fauré Quartett und Nina Janßen-Deinzer vom Ensemble Modern haben sie kammermusikalisch nachhaltig geprägt. Alle drei sind unabhängig voneinander auch solistisch sehr erfolgreich.

Im März 2015 wurde das Trio GAUBERT mit dem 2. Preis beim Kammermusikwettbewerb des Mozartvereins 1829 ausgezeichnet.

„ […] hier präsentierten sich hochbegabte junge Musiker, die bereits einen individuellen Klang und Geschmack gefunden haben.

Ich bin sicher, dass dieses wunderbare Trio in unserer aktuellen Musikwelt noch von sich hören machen wird und einen Platz im umkämpften Klassikmarkt erobern wird.“

„ […] Trio mit exzellenten Musikern [..] von hohem künstlerischen Rang.“

Prof. Wolfgang MANZ , Hochschule für Musik Nürnberg , Mozartverein 1829 e.V. Nürnberg

Die Musiker des Ensembles:

Fanny Mayne (Flöte)
Nicolas Faure(Violoncello)
Patrik Hévr (Klavier)

Fanny MAYNE Ihre herausragenden musikalischen Fähigkeiten wurden schon früh erkannt und sie wurde schon sehr bald als hochtalentiert angesehen. In ihren brillanten, eleganten und gefühlvollen Konzerten verzaubert sie die Zuhörer. Zahlreiche bekannte Musiker und Flötisten loben ihr wunderbares, fesselndes und farbenprächtiges Spiel.

Nach ihrer Ausbildung in Frankreich folgten Studien in Wien, Innsbruck, München und Nürnberg. Als begeisterte Kammermusikerin ist Fanny MAYNE mit zahlreichen Ensembles aufgetreten (Bläserquintett | Querflötenquartett|Trio Querflöte, Gesang, und Klavier | Querflöte und Gitarre | Querflöte, Bratsche, Cello, und Gitarre | Querflöte, und Streichtrio |Querflöte und Harfe |etc.) Während drei aufeinander folgenden Sommern spielte sie beim Jeune Art Russe (Junge Russische Kunst) Festival, das in Cannes stattfand, bevor sie nach Moskau flog, um hier am Ars Longa Festival teilzunehmen. Die Kammermusik-Konzerte in der Gnessin Akademie und dem Tschaikowski-Haus Museum werden für immer in ihrem musikalischen Gedächtnis bleiben.

Nicolas FAURE ist ein brillanter und begeisterter französischer Musiker, der bereits zahlreiche Konzerte in ganz Europa gespielt hat (Frankreich, Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz, Holland, Weißrussland…) Als erfahrener und fesselnder Cellist, spielt Nicolas kraftvolle Aufführungen, voll von Gefühl und Leidenschaft, angetrieben von einer klaren und respektvollen Vision der Musik. Mit seinem geschmeidigen, energiegeladenen und warmen Spiel kann er stets das gesamte Publikum überzeugen, das von seinem einzigartigen Talent und seiner betörenden Bogenführung verzaubert wird.

Er nahm an zahlreichen zeitgenössischen Musikaufnahmen sowohl auf CD als auch für das ORF Radio teil und trat regelmäßig mit dem Innsbrucker Opern Orchester (Tiroler Symphonie Orchester Innsbruck), dem Camerata Vivaldi, dem Bayerischen Kammerorchester Bad Brückenau und dem Münchner Opern Orchester auf. Er spielte in den größten Häusern Europas (Wien Musikverein, Wien Konzerthaus, Salzburg Musikfestspiel, München Gasteig Philharmonie, Zürich Tonhalle, Bern Casino, Roma Citta della Musica, Firenze Teatro Verdi.

Nicolas Faure hat am Clermont-Ferrand Conservatoire in der französischen Region Auvergne Musik studiert, sowie am Cachan Conservatoire in der Nähe von Paris, wo er seine DEM (musikalisches Diplom) Prüfung in Cello und Kammermusik mit den höchsten Ehren, mit einstimmiger Auszeichnung und den Glückwünschen der Jury, abgelegt hat.

Patrik Hévr Geboren 1989 in Prag, begann Patrik Hévr mit fünf Jahren Klavier zu spielen. Von 2001 bis 2009 besuchte er das Gymnasium “Jan Neruda” mit musikalischer Ausrichtung in Prag in der Klavierklasse von Jan Tůma. 2009 – 2012 studierte und absolvierte er erfolgreich am Prager Konservatorium bei Martin Kasík, seit dem Wintersemester 2010/11 bei Prof. Wolfgang Manz an der Hochschule für Musik Nürnberg, wo er auch 2016 sein Master mit 1,0 abgeschlossen hat.

Patrik Hévr nahm an Meisterkursen in Deutschland, Tschechien und Norwegen teil, und ist erster Preisträger vieler nationaler und internationaler Wettbewerbe, wie den Wettbewerben „Karlovarská růžička“ (2000), Prague Junior Note (2001), dem internationalen Klavierwettbewerb „Virtuosi per musica di pianoforte“ in Ústí nad Labem (2003) und dem internationalen Smetana Klavierwettbewerb in Pilßen (2004). 2005 gewann er den 3. Preis beim internationalen Klavierwettbewerb “Carl Czerny” in Prag, 2012 gewann er beim Klavierwettbewerb des Prager Konservatoriums.

Er gibt Solokonzerte mit Orchestern in den wichtigsten Prager Konzertsälen (Rudolfinum, St.Simon und Juda Kirche, etc.) sowie Solo- und Kammermusikkonzerte mit dem Trio Gaubert in anderen Städten in Tschechien, Deutschland (Bayreuth, Nürnberg, München, Saarbrücken, Trier, etc.), in Norwegen, Dänemark oder Italien. Und tritt als Solist in Konzerten u.a. mit der Tschechischen Philharmonie, dem Orchester der Hauptstadt Prag oder Nürnberger Symphoniker auf.

Programm des Konzertabends:

Ludwig van BEETHOVEN (1770-1827)

Trio B-Dur Gassenhauer Trio op. 11

– Allegro con brio

– Adagio

– Tema con Variazioni

Carl Maria von WEBER (1786-1826)

Trio für Klavier, Flöte und Violoncello g-Moll op. 63

– Allegro moderato

– Scherzo Allegro vivace

– Schäfers Klage Andante espressivo

– Finale Allegro

*** PAUSE ***

Carl CZERNY (1791-1857)

Fantasia concertante für Klavier, Flöte, Violoncello op.256

Philippe GAUBERT (1879-1941)

– Pièce Romantique

Johann Nepomuk HUMMEL (1778-1837)

Adagio, Var. und Rondo über ein russisches Thema op.78

*******************************************************

Das „Gassenhauer-Trio“ von Ludwig van Beethoven wurde für Klarinette, Violoncello und Klavier geschrieben. Es wird aber auch in der klassischen Klaviertrio-Besetzung mit Violine statt der Klarinette gespielt oder wie bei dem diesem Konzert mit der Flöte. Seinen Beinamen „Gassenhauer-Trio“ erhielt es aufgrund seines dritten Satzes, der ein Thema aus der komischen Oper L’amor marinaro (deutsch: „Die Liebe unter den Seeleuten“) von Joseph Weigl als Variationen verarbeitet.

*******************************************************

„Ging sehr gut und wirkte wie ich gewollt“ schrieb Carl Maria von Weber am 21. November 1819 in sein Tagebuch, nachdem sein g-Moll-Trio op.63 in einem Dresdner Privatkonzert uraufgeführt worden war. Sein Rang als bedeutendstes Klaviertrio der Romantik vor Schubert wurde aber nicht hinreichend gewürdigt. Dies mag auch an der Besetzung mit Flöte liegen, obschon gerade sie biographisch wie inhaltlich den Schlüssel zum Verständnis liefert.

In einem Vortrag 1999 in Schloss Engers zeigte der Musikwissenschaftler Joachim Veit, wie sehr das Trio auf einer zeittypischen Verquickung von Biographie und romantischer Ästhetik beruht. Weber widmete es seinem Flöte spielenden Medizinerfreund Philipp Jungh und griff dabei auf einen Triosatz zurück, den er 1813 im Prager Freundeskreis mit Jungh musiziert hatte. Es war ein Adagio mit dem Titel Schäfers-Klage, das von einem gleichnamigen Gedicht Goethes inspiriert und dem Schäferinstrument Flöte auf den Leib geschrieben war. Aus dieser Schäfers-Klage wurde in Dresden 1818/19 das viersätzige Trio, dessen romantischer Klagegestus sich aus der Keimzelle des Werkes erklärt.

Weber verwendete für das Adagio eine Volksweise, die in Deutschland mit den unterschiedlichsten Texten kursierte und auch von Clemens Brentano in „Des Knaben Wunderhorn“ aufgenommen worden war. Erst durch Goethe wurde sie zur Schäfers-Klage, denn der Dichter verfasste zur Melodie des Volkslieds einen neuen Text: sein Gedicht Schäfers Klagelied.

Die Liedmelodie des Variationssatzes wird zunächst in rührender Einfachheit in der Flöte vorstellt. Wir sehen gleichsam, die Flöte spielend, Goethes Hirten vor uns. Erst Webers harmonisch reicher Klaviersatz macht aus der simplen Weise ein hochromantisches Adagio, dessen Variationen zunehmend in Mollregionen abschweifen. Gegen Ende – nach einer Flötenkadenz – setzt das Thema im Klavier nurmehr stockend an, worauf es von Flöte und Cello ins tieftraurige b-Moll gewendet wird.

Zu Beginn des Finales wird der Gegensatz zwischen Moll und Dur, sozusagen das Motto des Werkes, fast überspitzt: Ein Tanzthema des Klaviers in chromatisch angereichertem g-Moll wird vom Cello mit einem Moll-Einwurf beantwortet, dann aber von der Flöte gewaltsam in rauschendes Dur verwandelt. Immer wieder ist es die Flöte, die den Ausdruck ins Brillante wenden will, immer wieder führen Cello und Klavier in die dunkleren Regionen zurück.

*******************************************************

Ein Werk des Namengebers des Trio Gaubert darf bei diesem Konzert nicht fehlen. Philippe GAUBERT (1879-1941) war ein bedeutender Flötist und Komponist seiner Zeit. Er hatte eine Professur am Pariser Konservatorium und war Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Pariser Oper. Sein kompositorisches Werk ist stilistisch von Gabriel Fauré beeinflusst.

*******************************************************

Das beliebte Trio op.78 des österreichischen Pianisten und Komponisten Johann Nepomuk Hummel für Flöte, Violoncello und Klavier mit seinen Variationen über das russische Lied „Schöne Minka, ich muß scheiden“ ist ein spieltechnisches Bravourstück.

Johann Nepomuk Hummels Vater, Johannes Hummel, zog 1786 mit seiner Familie nach Wien. Dort nahm Wolfgang Amadeus Mozart den begabten Johann Nepomuk in seinen Haushalt auf und gab ihm kostenlos Unterricht. 1788 bis 1793 unternahm der junge Klaviervirtuose in Begleitung seines Vaters Konzertreisen bis nach Dänemark und England.

1804 wurde Hummel auf Joseph Haydns Empfehlung hin dessen Nachfolger als Hofkapellmeister beim Fürsten Esterházy. In seinen Wiener Jahren war Hummel auch eng mit Beethoven befreundet und wirkte 1813/1814 bei der Aufführung einiger Werke Beethovens mit.

Quellen: Wikipedia, Kammermusikführer Villa Musica

*******************************************************

Konzertinformationen der Saison 2018/ 2019

***************************************************************************

Matineekonzert

mit dem

Ensemble Lunata

Hironaru Saito (Flöte, Piccolo, Kontrabassflöte)
Takako Ono (Klavier, Komposition)

am Sonntag, dem 12. Mai 2019

im Herrenhaus Borstel

Das Ensemble Lunata wurde von der Pianistin und Komponistin Takako Ono und dem Flötisten Hironaru Saito gegründet. Beide sind Preisträger verschiedener internationaler Wettbewerbe.
Das Duo lädt Sie in einzigartige Klangwelten ein, welche durch das Zusammenspiel des Klaviers mit allen Flötenarten (von der Piccolo bis zur Kontrabassflöte) erschaffen werden. Dabei erklingen Werke von Schubert, Poulenc, Chopin und Camille Saint-Saëns, sowie eigene Kompositionen und Bearbeitungen von Takako Ono.

Die japanischen Musiker des „Ensemble Lunata“ wurden in vielen Wettbewerben ausgezeichnet und überzeugen durch musikalische Gestaltungskraft, hohe Virtuosität und Klangreichtum.

Takako Ono (Klavier/Komposition) studierte Klavier an der TOHO-Musikhochschule (Tokyo) und an den Musikhochschulen Lübeck und Nürnberg, wo sie ihr Konzertexamen ablegte. In zahlreichen Klavierabenden in Japan und Deutschland, sowie in Auftritten als Solistin mit der „Sinfonica di Pescara“ und den „Nürnberger Symphonikern“ bewies die Pianistin ihre musikalisch-künstlerische Begabung.
Sie veröffentlichte zwei CDs: „Impression“ und „Trio1&2 „. Ihre Triokomposition „Haiku Suite“und“JIKU-Zeitachsen“ für 2 Flöten und Klavier wurde vom Syrinx Verlag verlegt.
2015 erhielt sie von „Klassik Radio Deutschland“ den „Classix Award 2015“.

Hironaru Saito studierte an der Musashino Musikhochschule in Tokyo, sowie an der Hochschule für Musik Detmold und Nürnberg, wo er das Meisterklasse-Diplom (zusätzlich zum pädagogischen Diplomabschluss) mit Auszeichnung erhielt. Er leitetverschiedene Ensembleprojekte und Workshops zu Japanischer Musik. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit musiziert er in Bayern als Orchester- und Kammermusiker. Er wirkt beim Bayreuther Ostermusikfestival, Carl-Orff Musikfestival in St. Andechs und dem Mozartfest Würzburg mit. Er tritt unter anderem als Solist mit dem Ensemble „Les Musicien“ Luxemburg, dem Bamberger Kammerorchester, dem Collegium Musicum Hersbruck, der Kammerphilharmonie Dacapo München und dem Ensemble Pizzicato Würzburg auf.

Hironaru Saito ist Preisträger im Kammermusikwettbewerb des Mozartvereins, beim Musikpreis der Nürnberger Nachrichten für Holzbläser 2003 und dem. 1. Preis beim 12. Internationalen Flötenwettbewerb „Friedlich Kuhlau“ 2007.

Das Programm des Matineekonzerts:

Cécile Chaminade (1857-1944):

Concertino für Flöte und Klavier op.107

Francis Poulenc (1899-1963):

Sonate für Flöte und Klavier

Allegro malinconico
Cantilena
Presto giocoso
Frédéric Chopin (1810-1849):

Fantasie Impromptu op.66

Camille Saint-Saëns (1835-1921):

aus Karneval der Tiere (für Flöte, Piccolo, Kontrabassflöte und Klavier)

in der Barbeitung von Takako Ono

Introduktion und königlicher Marsch des Löwen – Der Elefant – Das Aquarium- Fossilien- Der Schwan- Das Finale

— PAUSE—

Takako Ono: Drei Fantasien für Flöte und Klavier op.35

1.Wind, der auf der Wiese läuft 2.Fallende Schneeflocken 3.Schneeschmelze

Frédéric Chopin: Walzer op.64-1 Minutenwalzer

Franz Schubert (1797-1828):

Variation für Flöte und Klavier über „Trockene Blumen“ D802

Ooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Cécile Chaminade (geb. Paris, 8 August 1857 – gest. Monte Carlo, 13. April 1944) ist durch ihre Komposition für Flöte und Klavier op.107 am besten in Erinnerung geblieben. Im Frühjahr des Jahres1902 – 44 Jahre alt und auf der Höhe ihres Ruhms angelangt – beauftragte Théodore Dubois, der Direktor des Pariser Conservatoire, die Komponistin, ein Stück für den jährlichen Flötenwettbewerb seiner Institution zu schreiben. Es handelte sich hierbei um einen bedeutenden Wettbewerb der berühmtesten Flötenschule der Welt. Jedes Jahr wurde von den Organisatoren ein angesehener Komponist gebeten, ein neues Werk für das Instrument zu komponieren. Chaminade konnte nicht voraussehen, dass ihr Beitrag das bedeutendste Aushängeschild ihres kompositorischen Schaffens werden sollte.

Ihre ersten Kompositionsversuche datieren bereits aus der frühen Kindheit, und im Alter von 8 Jahren spielte sie Georges Bizet, der von ihrem Talent sehr beeindruckt war, eigene Werke vor. Im Alter von 18 Jahren gab sie ihr erstes Konzert, am 3. Mai 1877 debütierte sie in der Salle Plevel als Pianistin in einem Klaviertrio von Charles-Marie Widor. Ab dieser Zeit erlangte ihr kompositorisches Werk zunehmende Beliebtheit. Sie schrieb hauptsächlich Charakterstücke für Klavier und Salonlieder, die zumeist auch veröffentlicht wurden. 1882 wurde ihre einaktige komische Oper La Sévillane op. 10 uraufgeführt.

Konzertreisen führten sie nach Griechenland, in die Türkei, nach Kanada und 1908 in die USA, wo ihr zahlreiche Bewunderer einen warmherzigen Empfang bereiteten. Ihre Kompositionen waren bei den amerikanischen Zuhörern äußerst erfolgreich.

In den letzten beiden Jahrzehnten ist deutlich geworden, welchen Wert ihre Kompositionen haben, und eine regelrechte Chaminade-Renaissance setzte ein.

Francis Jean Marcel Poulenc (1899 Paris – 1963 Paris) war ein französischer Pianist und Komponist. Seine Mutter brachte ihm das Klavierspielen bei. Musik war fester Bestandteil des Familienlebens.

Von Igor Stravinsky und Maurice Chevallier beeinflusst stieß Poulenc nach dem Ersten Weltkrieg zu einer Gruppe junger Komponisten um Erik Satie und den Schriftsteller Jean Cocteau, genannt Les Six, deren Mitglieder den Impressionismus zugunsten einer größeren Einfachheit und Klarheit ablehnten.

Außer diesen Opern schrieb Poulenc je ein Konzert für Orgel, Cembalo, Klavier und zwei Klaviere, weiterhin Messen sowie zahlreiche kammermusikalische Werke. Dabei bediente er sich immer wieder bei den Vorbildern Mozart und Saint-Saëns. Seit 1995 werden seine Werke mit dem Francis Poulenc Werkverzeichnis (FP) gesammelt.

Francis Poulenc starb am 30. Januar 1963 in Paris an Herzversagen. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris.

Franz Schubert: Introduktion und Variationen über „Trockne Blumen“ aus Die schöne Müllerin, D 802
Franz Schuberts einziges Werk für die Flöte gibt der Forschung einige Rätsel auf. Es handelt sich um Introduktion und Variationen über das Lied „Trockne Blumen“ aus der „Schönen Müllerin“. Die Originalhandschrift, die sich heute in der Wiener Stadtbibliothek befindet, trägt den Titel „Variations pour le Pianoforte et Flûte“ und die eigenhändige Datierung Januar 1824. Nicht zufällig ist das Klavier hier an erster Stelle genannt: Der Klavierpart ist ebenso schwer wie die virtuose Flötenstimme.

Wie dem auch sei: Insgesamt kann man die Variationen als intimen Dialog zwischen zwei bedeutenden Wiener Musikern jener Epoche lesen: Anna Fröhlich und Ferdinand Bogner, die Schubertbegeisterte Pianistin und der renommierte Flötist, beide Professoren am Wiener Konservatorium. Entscheidend zum Verständnis des Ganzen ist der Text des Liedes, weil er auch den musikalischen Aufbau des Themas bestimmt.

Als Bravourvariation fürs Klavier besteht die Variation Nr. 4 aus lauter rauschenden Akkordbrechungen der rechten Hand über dem Thema im Bass. Der hohe Flötenschluss dieser Variation bereitet den Boden für die berühmte fünfte Variation mit ihren Bravourkunststücken der Flöte. Auf der Mehrklappenflöte des 19. Jahrhunderts waren sie noch schwerer zu realisieren als auf der modernen Böhmflöte. Musikalisch anspruchsvoller ist dann wieder die sechste Variation, ein gespenstisches Scherzo in cis-Moll, fast durchweg Pianissimo gehalten und kontrapunktisch auf die Stimmen verteilt. Am Ende öffnet sich diese Variation zum Finale hin, denn die siebte Variation ist zum Allegro-Finale ausgebaut, ein opernhafter Marsch, der gleich in E-Dur einsetzt und von rasenden Läufen in beiden Instrumenten gekrönt wird.

(Quellen: Kammermusikführer Villa Musica ,Wikipedia)

***************************************************************************

Konzert

mit dem

Trio Adorno

Christoph Callies – Violine
Samuel Selle – Violoncello
Lion Hinnrichs – Klavier

am Donnerstag, dem 11. April 2019

im Herrenhaus Borstel

Das in Hamburg beheimatete Trio Adorno wurde 2003 im Rahmen desWettbewerbs Jugend musiziert gegründet. Schnell wurde klar, dass sich die drei jungen Musiker in der Kammermusikszene einen vielversprechenden Namenmachen würden. Das Trio wurde mehrfach mit Preisen und Sonderpreisenausgezeichnet –beim Hamburger Kammermusikwettbewerb, beim InternationalenJohannes Brahms Wettbewerb, dem Deutschen Musikwettbewerb,der Osaka Chamber Music Competition und der Melbourne Chamber MusicCompetition. Das Trio musiziert in Konzerten und auf Festivals in ganz Europa,in Asien und Australien.Von der Presse hochgelobt, spielt sich das Trio Adorno durch sein expressives,sensibles und stilsicheres Auftreten immer wieder aufs Neue in die Herzen desPublikums.

Menahem Pressler, Gründer des legendären Beaux Arts Trio zeigt sich während der International Mendelssohn Summer School begeistert undbezeichnete die drei junger Musiker auf NDR-Kultur als „sehr intelligent“.Neben solistischen Studien in Hamburg, Lübeck und Berlin prägten nachlangjähriger Zusammenarbeit besonders das Alban Berg Quartett in Köln undHeime Müller (Artemis Quartett) die musikalische Arbeit des Trios. Für weitereImpulse sorgte die Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Trios Fontenay, JeanPaul, Beaux Arts, Laredo-Kalichstein-Robinson sowie der Quartette Guarneri und Artemis.Ihr Repertoire umfasst, mit Werken von Haydn bis hin zu zeitgenössischenKomponisten wie Peteris Vasks, die gesamte Bandbreite der Klaviertrioliteratur. Viele ihrer Konzerte sind live mitgeschnitten und im Radio gesendet worden(u. a. durch SWR, MDR-Kultur, NDR-Kultur, ABC Australia, Deutschlandfunk).Langjährige Förderung und Unterstützung erhält das Trio Adorno durchBrigitte Feldtmann – Feldtmann kulturell, die Dr. Ursula-Kuhn-Stiftung, die Fördergesellschaftder Musikhochschule Lübeck und die Hamburgische Kulturstiftung.Über ihre künstlerischen Tätigkeiten hinaus geben die drei HamburgerMusiker auch Meisterkurse und Workshops für Schüler und Studenten.Mit seinem Namen bezieht sich das Trio Adorno auf den deutschen Musikphilosophen und großen Denker des 20. Jahrhunderts Theodor W. Adorno.

Das Programm des Abends:

Joseph Haydn (1732-1809)

Trio e-Moll Hob XV:12

Allegro moderato

Andante

Rondo (Presto)

Robert Schumann (1810-1856)

Trio op. 110 g-Moll

Bewegt, doch nicht zu rasch

Ziemlich langsam – Etwas bewegter

Rasch

Kräftig, mit Humor

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

Klaviertrio Nr. 2 op.66 c-Moll

Allegro energico e con fuoco

Andante espressivo

Scherzo. Molto allegro quasi presto

Finale. Allegro appasionato

****

Haydn schrieb das Klaviertrio Hob XV:12mit der Bezeichnung „Claviersonate mit Begleitung einer Violin und eines Violoncello“, das auf die damals noch untergeordnete Rolle der Streicher in Haydns Klaviertrios hinweist. Die Streicher begleiteten das Klavier tatsächlich an vielen Stellen anstatt gleichberechtigt mit ihm zu dialogisieren. Besonders das Cello ist noch fast durchweg an die linke Hand des Klaviers gebunden.

Damals war die Nachfrage nach Klaviertrios besonders groß. Viele „höhere Töchter“ aus adliger oder großbürgerlicher Familie übten an den sündhaftteuren, von ihren Vätern gekauften Hammerflügeln aus Wiener Werkstätten überaus gewissenhaft. Um ihre Kunst zu zeigen, waren Klaviertrios das beste Mittel. Die leichteren Streicherstimmen konnten dann von Brüdern, Vätern, geistlichen Abbés oder manchmal auch Musikern der kaiserlichen Hofkapelle übernommen werden.

In seinen neuen Trios von 1788/89 wie dem Klaviertrio e-Moll zollte Haydn besonders der erheblich verbesserten Mechanik und Klangkultur der Wiener Flügel seinen Tribut. Um die „Claviersonaten“ gut zu komponieren, hatte er sich eigens einen neuen Hammerflügel bei Schatz in Wien gekauft. Der Einfluss dieses Instruments zeigt sich im e-Moll-Trio an dem reichen, gesanglichen Klavierpart.

Das Allegro moderato des 1.Satzes ist ein für Haydns Verhältnisse ungewöhnlich melancholischer Satz.

Nach dem düsteren ersten Satz wechseln die beiden folgenden Sätze ins helle E-Dur. Wie die musiktheoretischen Schriften der Zeit belegen, empfand man diese Tonart damals freilich eher als empfindsam und klagend denn als fröhlich oder unbeschwert. So ist das Andante ein sanft klagendes Siciliano, eine jener weich schwingenden „sizilianischen Weisen“, wie sie so gerne von den Streichern pizzicato begleitet werden.

Im Rondo hat Haydn dagegen fast ungehemmt der guten Laune gefrönt. Es ist ein vor Energie geradezu berstendes Presto, ein Contretanz, der wie ein Vorläufer des berühmten Rondo all’Ongarese aus seinem späten G-Dur-Trio wirkt. Nur vorübergehend werden auch hier düstere Molltöne angeschlagen.

****

In seinen letzten Lebensjahren fühlte Schumann sich und seine Musik zunehmend unverstanden. Im Herbst 1851 brachte er sein drittes und letztes Klaviertrio zu Papier: das Trio in g-Moll, op. 110.

Das g-Moll-Trio ist das düsterste der drei Klaviertrios von Robert Schumann. Der Wechsel zwischen emotionaler Schwere und angedeuteter Heiterkeit entführen den Hörer in eine skurrile Welt. Auch für den Interpreten stellt das Werk eine Herausforderung dar – vor allem in Hinblick auf die Metronom-Vorgaben. So schreibt Schumann für die schnellen Sätze ein relativ langsames Tempo vor. Das ist ungewohnt und nicht leicht zu spielen. Dennoch sind die Tempovorgaben ein absolutes Muss bei der Interpretation dieser emotionsgeladenen Musik.

Den langsamen zweiten Satz hingegen will Schumann relativ schnell gespielt haben. Was zunächst absurd wirken mag, macht durchaus Sinn. Denn das Werk ist monothematisch. Es gibt ein Motiv, das alle Sätze durchzieht. Damit es erkennbar bleibt und nicht zur Karikatur verkommt, dürfen die Tempo-Unterschiede innerhalb des Stücks nicht zu groß sein. Zum ersten Mal taucht das Motiv der aufwärtsgerichteten Sexte und den abfallenden Sekundschritte als Seitenthema des ersten Satzes auf.

Ob die bedrohliche Düsterkeit des Werkes Schumanns damalige Verfassung widerspiegelt, darüber lässt sich nur spekulieren. Schumann komponierte das Klaviertrio im Oktober 1851, als er bereits Musikdirektor in Düsseldorf war. Wenige Wochen später fand die erste Probe statt, bei der Clara Schumann den Klavierpart übernahm. Sie war von dem Werk sofort begeistert.

****

Zwei Klaviertrios hat Felix Mendelssohn Bartholdy geschrieben. Eines schöner als das andere. Um sein zweites Klaviertrio zu schreiben zog er sich 1845 völlig aus dem Musikleben zurück.

Nicht einfach hatte es dieses zweite Klaviertrio vor der ungeheuren Popularität des ersten, das sechs Jahr zuvor entstanden war. Kompositionstechnisch ist es zweifellos das anspruchsvollere, ja komplexere der beiden, ein Eindruck, der vor allem in den beiden Ecksätzen zu Tage tritt. Anspruchsvoll und komplex ist vor allem auch der Klavierpart dieses Louis Spohr gewidmeten Werkes. Mendelssohn war sich dessen bewusst und warnte seine Schwester Fanny schon mal vor: „Das Trio ist ein bisschen eklig zu spielen.“ Gleichzeitig ist es aber auch sehr temperamentvoll; der Kopfsatz ist nicht ohne Grund mit „Allegro energico e con fuoco“ überschrieben. So energisch und mit all seiner Kontrapunktik auch komplex dieser erste Satz, so idyllisch ist der zweite. Grandios und im Klavier besonders „eklig“ ist das Scherzo in g-moll mit dem graziösen Trio in G-Dur. Aber all diese drei Sätze scheinen nur die Vorbereitung für das Finale, der gleich mit drei Themen aufwartet, wovon das dritte besonders prägnant nämlich der Choral „Vor deinen Thron tret ich hiermit“ ist. Das Strahlende C-Dur zum Schluss klingt wie ein jubelndes Ausrufezeichen.

(Quellen: Kammermusikführer Villa Musica ,BR Klassik, SWR 2)

***************************************************************************
Violinabend

mit dem Geiger

Albrecht Menzel

und der Pianistin

Valentina Messa

am Samstag , dem 2.März 2019, 18:00Uhr

im Herrenhaus Borstel

Albrecht Menzel, 1992 geboren, erhielt seinen ersten Geigenunterricht bereits mit vier Jahren und debütierte mit dreizehn Jahren als Solist bei den Dresdner Musikfestspielen. Albrecht Menzel wurde von dem renommierten Violinpädagogen Professor Boris Kuschnir ausgebildet und studierte bei Julian Rachlin an der Musik und Kunst Universität Konservatorium Wien.

Dirigiert von Maestro Kurt Masur spielte der neunzehnjährige Albrecht Menzel das Mendelssohn Violinkonzert op. 64 mit dem Leipziger Symphonie Orchester bei den Mendelssohn Festtagen Leipzig 2011. Begeistert wurde die „…grandiose, mitreißende, lebendige Interpretation…“ vom Publikum und der Presse aufgenommen und als eine fulminante Interpretation bezeichnet „…die auch in den großen Konzertsälen der Welt nicht oft zu hören ist…“ (Leipziger Volkszeitung 2011)

Albrecht Menzel spielte als Solist gemeinsam mit Anne-Sophie Mutter u.a. in der Philharmonie Berlin, der Philharmonie Luxemburg und tourte mit der Künstlerin in den USA, Kanada und Europa zu Konzerten in der Carnegie Hall, Kennedy Center Washington und Roy Thomson Hall Toronto.

Als Solist konzertierte Albrecht Menzel u.a. mit dem London Philharmonic Orchestra, dem Münchner Rundfunkorchester und dem Leipziger Sinfonie Orchester und spielte in großen Konzertsälen wie der Elbphilharmonie, der Hamburger Laeiszhalle, im Musikverein Wien und im Gasteig München.

Als Kammermusiker musizierte Albrecht Menzel mit Künstlern wie Gidon Kremer, Steven Isserlis, Julian Rachlin, Jan Vogler, Igor Levit und Julien Quentin.

Als Gewinner des Grand Prix und des 1.Preises beim Internationalen Violin- Wettbewerb Torun Polen 2016 und als Preisträger des renommierten Premio Paganini Wettbewerb Genua 2015, erlangte Albrecht Menzels Karriere internationale Anerkennung.

Albrecht Menzel spielt eine Violine von Antonio Stradivari (1709), eine Leihgabe der Deutschen Stiftung Musikleben Hamburg.

Sein Album „thoughts“ mit Werken „Die letzte Rose“ und „Erlkönig“ von Heinrich Wilhelm Ernst sowie Sonaten von Robert Schumann erschien 2015 bei dem Label Oehms Classics.

„…eine exzellente und hochvirtuose Leistung“…„lässt Menzels Vortrag wahrhaftig wirken, nicht glattgebügelt und hochgeföhnt, sondern so ehrlich, wie er gemeint ist…“ Hamburger Abendblatt 2017 (zum Schumann Violinkonzert, Elbphilharmonie)

“…Menzel spielt strukturiert und akzentuiert überlegt, agiert gefühlvoll ohne romantische Überfrachtung…“ Rhein-Zeitung 2017 (zu Bach Solo Sonaten und Partiten)

Valentina Messa, studierte Klavier am Conservatorium B. Marcello in Venedig und an der Scuola di perfezionamento in Portogruaro. Außerdem legte sie mehrere Diplome für Klavier am Konservatorium Niccolo Paganini in Genua ab.Valentina Messa gewann mehrere bedeutende Preise z.B. den ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb „Premio Beethoven“. Die Pianistin ist in bedeutenden Konzerthallen aufgetreten und spielte als Solistin mit Orchestern wie dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier und hat an Liveübertragungen für Radio Vaticana Rom mitgewirkt.

Die leidenschaftliche Kammermusikerin widmet sich auch intensiv zeitgenössischer Musik. Sie ist Mitbegründerin des „Eutopia Ensemble“, welches sich mit zeitgenössischer Musik beschäftigt und 2013 Ensemble-in-Residence am Teatro della Tosse Genua war.

Das Programm des Konzertabends:

Niccolò Paganini (1782-1840)

Aus den 24 Caprices op. 1 (Auswahl laut Ansage) (für Solovioline)

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Partita II d-Moll BWV 1004

Ciaccona (die berühmte Chaconne) (für Solovioline)

Peter Tschaikowski(1835-1921)

Waltz-Scherzo op. 34

Johannes Brahms (1833-1897)

Sonate Nr. 2 A-Dur op. 100

I Allegro amabile

II Andante tranquillo

III Allegretto grazioso (quasi Andante)

Eugène Ysaÿe (1858-1931)

Sonate für Violine solo op. 27 No. 3

Ballade (für Solovioline

Heinrich Wilhelm Ernst (1814-1865) (für Solovioline)

Grand Caprice op. 26

Erlkönig

Camille Saint – Saëns (1835-1921)

Introduction & Rondo capriccioso op. 28

Die Werke und Komponisten des Konzertabends:

Niccolò Paganini (Genua 1782-1840 Nizza) war der führende und berühmteste Geigenvirtuose seiner Zeit. Sein äußeres Erscheinungsbild und seine brillante Spieltechnik machten ihn bereits zu Lebzeiten zu einer Legende.

Die 24 Capricciop.1 für Violine solo schrieb er zu Studienzwecken.

Nach eigenen Angaben erhielt Paganini bereits in frühester Kindheit Violinunterricht, unter anderem von seinem Vater Antonio Paganini, der ihn zum stundenlangen Üben zwang. War er dem Vater nicht fleißig genug, bekam er nichts zu essen. Bereits in dieser frühen Zeit erprobte er aus eigenem Antrieb die klanglichen Möglichkeiten der Violine und erfand neue Griffe, die die Zuschauer staunen ließen. Schon als Kind fing er zudem an, Gitarre zu spielen. Er komponierte für die Gitarre, und zudem wurde die Gitarre für ihn ein wichtiges Instrument für das Denken in Harmonien und das mehrstimmige Komponieren.

Die Violinsonaten und -Partiten von Johann Sebastian Bach zählen zum anspruchsvollsten Repertoire für jeden Violinisten. „Es handelt sich hierbei um Werke, die zum kulturellen Menschheitserbe gehören, deren musikalischer und emotionaler Gehalt unübertroffen bleibt.“

Ungewöhnlich ist die hochentwickelte Mehrstimmigkeit auf einem einzigen Instrument.

Der Schlusssatz der Partita II, die Ciaconna,stellt das wohl bekannteste Beispiel der Musikgeschichte für eine Chaconne dar, bei der freie Variationen über eine mehrtaktige, wiederholte Bassfigur ablaufen. Der Satz umfasst 32 Variationen.

Peter Tschaikowski(1835-1921) Waltz-Scherzo op.34. Die Uraufführung war kein Erfolg. Ob es an ihm lag oder an der Instrumentierung, wie der Geiger Kotek vermutete, oder schlicht an der Überlänge dieses Walzers mit seinen 569 Takten, steht dahin. Populär wurde das Werk erst, nachdem es von dem Geiger Wassili Besekirski 1914 um mehr als 200 Takte gekürzt und mit zusätzlichen brillanten Effekten ausgestattet worden war. In dieser Version wird Valse-Scherzo bis heute meistens gespielt. Tschaikowsky selbst liebte dieses Stück übrigens sehr.

Sonate Nr. 2 A-Dur für Klavier und Violine, op. 100, Johannes Brahms schrieb die Violinsonate Nr.2 A-Dur im Sommer 1886 am Thuner See in der Schweiz. In diesem Sommer konzentrierte er sich auf die Kammermusik. Brahms Leben war zu dieser Zeit nicht nur von Erfolgen geprägt, sondern auch durch den Verlust vieler Personen, insbesondere Robert Schumanns getrübt. Diese Violinsonate spiegelt den Charakter und die Persönlichkeit von Johannes Brahms wider- Schüchternheit und Selbstprüfung, sowie Originalität und Empfindsamkeit.

Eine „Liebes- und Lieder-Sonate“ nannte Max Kahlbeck die A-Dur-Violinsonate von Johannes Brahms. Dass eine Sonate thematisch und formal fast ausschließlich im kantablen Sujet verharrt – das hatte Brahms selbst, im Zusammenhang mit dem Vorgängerwerk, der „Regenlied-Sonate“, nicht ohne Skepsis vermerkt.

Wenn Brahms die musikalische durchmessene Zeit nicht als Prozess, sondern eher als etwas in sich Ruhendendes, Gedehntes, man könnte auch sagen: als „erfüllten Augenblick“ gestaltet, so rückt er damit einmal nicht in die Nähe des ohnehin allgegenwärtigen Beethoven, sondern in die von Franz Schubert. Das Brahmssche mit dem Schubertschen Idiom zu verschmelzen, scheint denn auch die eigentliche Herausforderung bei der Interpretation der A-Dur-Violinsonate zu sein.

Eugène-Auguste Ysaÿe (Lüttich 1858 – 1931 Brüssel) war ein belgischer Komponist und Violinist, der seinen ersten Geigenunterricht im Alter von fünf Jahren von seinem Vater erhielt. Er studierte bei bedeutenden Lehrern wie z.B. Henryk Wieniawski. 1878 unternahm er eine Reise nach Deutschland und trat in das Kölner Musikleben ein, wo er mit Clara Schumann die c-Moll Sonate von Ludwig van Beethoven aufführte. Im Jahr 1879 wurde er Konzertmeister des Benjamin Bilse Orchesters in Berlin, den späteren Berliner Philharmonikern. Als Solist trat er bei Konzerten in Köln und Aachen auf. Unter seinen Zuhörern in Berlin waren Joseph Joachim, Franz Liszt, Clara Schumann und der Pianist Anton Rubinstein. In den Jahren 1883 bis 1886 ließ er sich in Paris nieder. Zahlreiche Komponisten widmeten ihm bedeutende Werke, z.B. Claude Debussy und Camille Saint–Saëns.

N. Hornig in FonoForum 12 / 94: „Die sechs Sonaten op. 27, von denen jede einem berühmten Geiger-Kollegen gewidmet ist, schrieb Ysaÿe im Jahre 1923. Sie sind sein geigerisches Vermächtnis. Sie stellen das wohl bedeutendste und innovativste Opus für Solovioline nach Bach und Paganini dar. Technisch geht Ysaÿe an die Grenze des Machbaren.“

Heinrich Wilhelm Ernst (Brünn 1814-1865 Nizza) war ein österreichischer Violinist und Komponist. Er gilt als einer der größten Geiger des 19. Jahrhunderts.

Als Komponist, nicht nur von virtuoser Violinmusik, fand er zu einem eigenen, unverwechselbaren Stil im Geist der Romantik, der über sein großes Vorbild Niccoló Paganini hinausweist. Wegweisend wurde für Ernst, der 1823 erste Auftritte als Geigen-Wunderkind absolviert hatte,eine Begegnung mit Paganini in Wien im Jahr 1828. Paganini erkannte das Talent in Ernst, während dieser sich von Paganinis Spiel so beeindruckt zeigte, dass er fortan wie besessen danach trachtete, über Paganini hinaus zu gelangen. In der Folgezeit kam es immer wieder zu Begegnungen zwischen den beiden. Berühmt wurde ein Auftritt Ernsts in Marseille 1837, wo zur gleichen Zeit Paganini ein Konzert gab. Ernst spielte in seinem Konzert Paganinis ängstlich gehütete Werke aus dem Ohr nach.

Die beiden Geiger besaßen sehr unterschiedliche Naturen. Während Paganini sich mit der Aura des Dämonischen und Tragischen umgab, war Ernst eine humorvolle, liebenswürdige und zugängliche Person.

Dass Ernst nicht nur instrumentaler Schausteller, sondern auch ein tiefgründiger Musiker war, zeigt sich nicht nur in seinen Kompositionen, sondern auch in seinem Engagement in der Londoner Beethoven Quartet Society, in der er mit bedeutenden Virtuosen der Zeit, Joseph Joachim, Henryk Wieniawski und Alfredo Piatti als Primarius Streichquartette Beethovens öffentlich aufführte.
Später war Ernst auch ein Verehrer der Musik von Franz Schubert. Für einige Schubert-Werke hat Ernst Transkriptionen geschrieben, um sie auch in kleinen Konzerträumen aufführen zu können.

1862 musste er sich wegen schwerer Krankheit vom Konzertpodium zurückziehen und verlegte seinen Wohnsitz von London nach Nizza, wo er 1865 verarmt starb. Johann Strauß (Vater) hatte ihm das Stück Erinnerung an Ernst, oder Der Karneval von Venedig gewidmet.

Von Ernst gibt es 26 nummerierte Werke, vor allem für die Violine. Das berühmteste Werk ist wohl die Grand Caprice für Violine allein op. 26 „Der Erlkönig“ (nach Goethes berühmter Ballade (1782) und Franz Schuberts Vertonung), die in ihrer großartigen Dramatik in der unbegleiteten Violinliteratur einzigartig dasteht.

Camille Saint-Saëns(* 9. Oktober 1835 in Paris; † 16. Dezember 1921 in Algier) war ein französischer Pianist, Organist, Musikwissenschaftler, Musikpädagoge und Komponist der Romantik. Er wurde vor allem durch seine „große zoologische Fantasie“ Karneval der Tiere und die Oper Samson et Dalila bekannt.

Camille Saint-Saëns’ musikalisches Talent wurde schon früh von seiner Mutter und seiner Großtante gefördert. Mit drei Jahren konnte er lesen, im Alter von sechs Jahren schrieb er erste Kompositionen, mit elf Jahren gab er 1846 sein erstes öffentliches Konzert in der Salle Pleyel in Paris. Von manchen Zeitgenossen wurde er als neuer Mozart gehandelt. Mit 16 war er bereits Student an der Universität in Paris, mit 15 Jahren hatte er zuvor schon die Sinfonie A-Dur komponiert.

Camille Saint-Saëns komponierte »Introduction et Rondo capriccioso« im Jahre 1863 zunächst als Teil seines 1. Violinkonzerts op. 20, das er 1859 für den damals 15-jährigen spanischen Geigenvirtuosen Pablo de Sarasate (1844–1908) zu schreiben begonnen hatte. Sarasate, der heute noch als Komponist der »Zigeunerweisen« bekannt ist und dem beispielsweise Édouard Lalo seine »Symphonie espagnole« und Max Bruch sein 2. Violinkonzert gewidmet haben, galt neben Joseph Joachim nach der Mitte des 19. Jahrhunderts zweifellos als einer der bedeutendsten Geiger, dessen makellose Technik und voller Ton das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinrissen – seine jünglingshafte Gestalt tat hierzu ihr Übriges.

Bei der Uraufführung des Violinkonzerts am 4. April 1867 mit Sarasate als Solisten und Saint-Saëns als Dirigenten fand der letzte Satz einen so gewaltigen Anklang, dass sich der Komponist entschloss, ihn unter dem Titel »Introduction et Rondo capriccioso« mit der Opuszahl 28 als eigenständiges Werk herauszugeben. Es war die Mischung aus sehnsuchtsvollem Ton in der Introduction sowie spanischem Kolorit und höchster Virtuosität im Rondo, die diesen durchschlagenden Erfolg herbeigeführt hatten. Sarasate hat dieses Stück daher auch bis zum Ende seiner Solistenkarriere im Repertoire gehabt, viele berühmte Geiger haben es schon bald nachgespielt, und bis heute ist dieses Werk die wohl bekannteste Solokomposition von Saint-Saëns geblieben.

N. Hornig in FonoForum 12 / 94: „Die sechs Sonaten op. 27, von denen jede einem berühmten Geiger-Kollegen gewidmet ist, legte Ysaye im Jahre 1923 sein geigerisches Vermächtnis nieder. Sie stellen das wohl bedeutendste und innovativste Opus für Solovioline nach Bach und Paganini dar. Technisch geht Ysaye an die Grenze des Machbaren.“

Quellen: Wikipedia, KammermusikführerVilla Musica, Concentus alius , Deutschlandfunk , Hyperion Records,jpc-Records, FonoForum

********************************************************************

Neujahrskonzert
mit dem
Ebonit Saxophonquartett

am Samstag , dem 26.01.2019, 18:00Uhr
in der Kirche Sülfeld

Das „Ebonit Saxophone Quartet“ wurde 2011 am Amsterdamer „Conservatory of Music“ gegründet. Die vier Musiker aus Deutschland, Polen, den Niederlanden und Spanien hatten sich schnell einen Namen im In- und Ausland gemacht und traten in großen Sälen auf, darunter das „Concertgebouw“ Amsterdam, der „Musikverein“ in Wien und das „Konzerthaus“ in Berlin. Das Quartett trat bei internationalen Festivals auf, darunter unter anderem das „Verbier Festival“ in der Schweiz und das „Schleswig-Holstein Musik Festival“. Erste Preise erhielt das Ebonit Quartett bei internationalen Kammermusikwettbewerben.

Nach einem gemeinsamen Studium in der Klasse von Arno Bornkamp an der „Amsterdamer Universität der Künste“ absolvierte das Quartett sein Studium im Masterprogramm der „Netherlands String Quartet Academy (NSKA)“. Darüber hinaus hat das Quartett Meisterkurse bei renommierten Musikern besucht wie Albrecht Mayer, den Mitgliedern des Artemis Quartetts und dem „Quatuor Ebène“.

Das Debütalbum des Ebonit Quartetts „The Last Words of Christ“ mit Musik von Haydn, Webern, Sibelius und Schostakowitsch erschien im Februar 2016 auf CHALLENGE Classics und wurde für den renommierten niederländischen Preis „Edison Klassiek 2016“ in der Kategorie „Het Debuut“ nominiert.

Die Musiker des Quartetts:

Alberto Tárraga Alcañiz – Sopransaxophon

Dineke Nauta – Altsaxophon

David Cristóbal Litago – Tenorsaxophon

Paulina Marta Kulesza – Baritonsaxophon