Kammermusik in Borstel und Sülfeld e.V.

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Konzert am Samstag, dem 18.Januar 2020, 18:00 Uhr

im Herrenhaus Borstel

Neujahrskonzert

mit dem Ensemble

Psalter Dreyzehn

Musik der Spielleute des 17. und 18.Jahrhunderts

Bernd Kottsieper:

Barockoboe, Klassische Oboe ( Originalinstrument um 1800 ), Renaissance- und Barockflöten, Pommern, Virginal


Reinhard Spielvogel:

Drehleier, Mandoline, Bouzouki, Gesang


Marcus Weseloh:

Drehleier, Sackpfeifen, Flöten, Gesang


Thorsten Stoye:

Schlüsselfiedel, Musette Bechonnet ( Nachbau aus den 50er Jahren des 19.Jhd), Barocke Kleinsackpfeife, Barocke Naturtrompete, Cornet, Gesang



Musikalisches Barock-Spektakel auf historischen Instrumenten

Psalter Dreyzehn präsentiert auf humorvolle Weise die Art von Musik, welche im 17. und 18 Jahrhundert auf der Straße und in Spelunken zu hören war: hier wird von Abenteurern und ihren Liebchen gesungen, von Träumern und Trinkern, von Uhrmachern ohne Werkstatt und von klammen Kisten, in denen wir alle irgendwann verschwinden müssen.

Dabei kommt jedoch die musikalische Kunst gewiss nicht zu kurz, so dass sich das Publikum auf ein abwechslungsreiches, amüsantes und höchst musikalisches Spektakel voller schöner Weisen, spannender Lieder und mitreißender Tänze freuen darf.

Alle Instrumente, die gespielt werden, sind Nachbildungen historischer Instrumente, teilweise selber gebaut oder auch Originalinstrumente. Da wenig darüber dokumentiert ist, in welcher Art und in welcher Besetzung die Spielleute wirklich musiziert haben, nimmt sich Psalter Dreyzehn einige Freiheiten in der Mischung der Instrumente, arrangiert mit viel Phantasie die Stücke für die jeweilige Besetzung und nutzt darüber hinaus die unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten der Improvisation. Psalter Dreyzehn bildet eine große Bandbreite der Musik ab, die im 17.und 18. Jahrhundert außerhalb der strengen Normen der Kirchen und Höfe gespielt wurde. Da spielt die solistische Flöte eines Jacob van Eyck, es erklingen die derben volksnahen Lieder des berühmtesten Liederdichter Schwedens, Carl Michael Bellman und darüber hinaus lässt Psalter Dreyzehn sich nicht entgehen, in ungewöhnlicher Besetzung fanfarenhafte Sätze von Händel, Henry Purcell oder Jean-Joseph Mouret in ganz eigener Weise zu interpretieren. Und nichts liegt näher als noch ein Tänzchen aufzuspielen, um das ganze Spektakel freudig abzurunden.


Spielmänner ( Spielleute ) / Musikant


Mit Spielmännern wurden vornehmlich vagabundierende Musiker in früheren Jahrhunderten bezeichnet.

Musik war in den Augen der Kirche ein Geschenk Gottes und deshalb einem "musicus" vorbehalten. Den fahrenden Musiker, den "cantor", sahen Theologen und Kleriker dem gegenüber als Werkzeug des Teufels. Mit seiner sinnenfreudigen und mutwilligen Musik verführe der Spielmann das Volk und bringe es von einem anständigen christlichen Lebenswandel ab, war ein Vorwurf der Kirche.

Der Begriff  Musikant ist seit etwa 1600 belegt und deutlich älter als der um 1800 entstandene Begriff des Musikers, der beruflich Musik ausübt. Er beschreibt den Übergang von fahrenden zum „ehrbaren“ Musiker.

Es ist davon auszugehen, dass es zu allen Zeiten der Musikgeschichte Musizierende gab, die außerhalb der Höfe und Kirchen auf Straßen, Plätzen und Wirtshäusern gespielt haben, so auch im 17. und 18. Jahrhundert. Gemälde darüber dokumentieren dies hinreichend.

Um den Ansprüchen bei verschiedensten Anlässen gerecht zu werden, sollte ein Spielmann möglichst viele Instrumente beherrschen. Zu den bevorzugten Instrumenten gehörten Schlaginstrumente, diverse Flöten und Blasinstrumente, sowie gezupfte und gestrichene Instrumente. Die unterschiedlichen Benennungen und Bauformen einzelner Instrumententypen waren mannigfaltig. Generell war der Klang im Allgemeinen relativ hoch (zwischen Sopran und Tenorlage) und hell. Erst gegen Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Bassregion verstärkt und somit die Tonlage tiefer. Das Instrumentarium wurde in privilegierte (das Ansehen des Instruments und die gesellschaftliche Stellung des Spielers betreffende) und gewöhnliche, sowie laute und leise Gruppen eingeteilt. Sie verfügten über einen im Vergleich zu heute relativ beschränkten Tonumfang und hatten nicht allzu große dynamische Differenzierungsmöglichkeiten. Manche Instrumente stammten, in teilweise modifizierter Form, aus dem antiken bzw. nordeuropäischen Raum. Andere wurden speziell im Rahmen der Kreuzzüge aus dem arabischen Raum bzw. Zentralasien importiert.

Im Barock wurden die Instrumente akustisch stark verfeinert, insbesondere die Blasinstrumente bekamen durch andere Rohrformen, Doppelbohrungen und erste Klappen einen höheren Tonumfang.

Das gesamte Mittelalter kannte (wie auch teilweise die Renaissance und auch noch das Barock) keine exakt für ein Musikstück vorgeschriebenen Instrumente oder Instrumentenkombinationen. Meist wurde die genaue Zusammensetzung situationsbedingt dem jeweiligen Anlass und den verfügbaren Instrumentalisten angepasst vorgenommen. Erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts bildeten sich vage Regelungen für Ensembles für verschiedene den Anlässen angepasste Musikgattungen heraus. Leise Musik im intimen Rahmen oder mit „romantischer bzw. religiöser Textaussage“ wurden meist mit Saiteninstrumenten, Blockflöten, Portativ und Gesang aufgeführt. Laute, meist bei festlichen bzw. repräsentativen Anlässen gespielte Musik, war vornehmlich mit Schalmeien, Trompeten, Posaunen, Schlagwerk und Flöten besetzt.

Quellen:

https://musik-antik.jimdo.com/alte_musik.php

Wikipedia


VITAS:

Bernd Kottsieper

Geboren 1969 in Koblenz am Rhein. Spezialisierte sich seit seiner frühen Kindheit auf alte Musik mit den Instrumenten Blockflöte und Cembalo.Bei „Jugend Musiziert“ wurde er 1988 1. Preisträger auf Landesebene.

Von 1990 bis 1998 Studium der Architektur in Trier. Lebt seit 1998 in Hamburg und arbeitet dort als Architekt bei von Gerkan, Marg und Partner.

Von 2001 bis 2014 war er Gesamtleiter der von Volkwin Marg initiierten Kulturveranstaltung Musitektur im Hamburger Architekturbüro gmp. Über diesen Weg lernte er die Hamburger Barockoboistin Renate Hildebrand kennen, die Ihm seinen jahrelangen Traum verwirklichen konnte, Oboe spielen zu lernen.

Zusammen mit dem Architekten und Cembalisten Ulrich Heiwolth konzertiert er regelmäßig mit den klassischen Werken

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des Barocks.

Über das geschriebene Werk hinaus entdeckt er über die freie Improvisation die unendlichen musischen Welten des Barocks bis zum Jazz. Mit einfühlsamen Klavierimprovisationen entführt er regelmäßig seine Zuhörer in träumerische Welten.


Reinhard Spielvogel

Geboren 1952.Bis zu seiner Pension arbeite er mit behinderten Kindern und Jugendlichen als Sonderschullehrer.

Gehört als Gründungsmitglied der Gruppe „Schmelztiegel“ -mit der er seit 1974 auf unzähligen Konzert- und Festivalbühnen im In- und Ausland unterwegs ist – zu den Urgesteinen des deutschen Folkrevivals.

Neben Theaterauftritten und Ausflügen in FolkJazz- , New Acoustic-und Mittelaltergefilden widmet er sich heute der europäischen BalFolk Musik und bringt seine musikalischen Talente als Mandolinen-, Bouzouki- und Drehleierspieler in das neue und aufregende norddeutscheBandprojekt „Bilander“ ein.

1996 entdeckte er die Drehleier und es war „Liebe auf den ersten Ton“.Seitdem arbeitet er leidenschaftlichan der Erweiterung und Verbesserung seiner Spieltechnik, die er u.a. bei Ph. Destrem, V. Clastrier, G. Chabenatusw. erlernte. Interessiert beobachtet er aber auch die junge Szene in Skandinavien, Belgien. Frankreich und England und besucht entsprechende Kurse. Dies alles spiegelt sich wieder in seiner langjährigen Seminar- und Unterrichtstätigkeit, die sowohl für Anfänger aber auch für Fortgeschrittene interessante und spannende Einblicke bietet.


Marcus Weseloh,

wurde 1976 in Hamburg geboren.

Er arbeitet als Diplom-Informatiker im Bereich Computer-Sicherheit bei der DFN-CERT Services GmbH.

Noch in der Schulzeit hat er dank Thorsten Stoye die mittelalterliche Musik und speziell Instrumente wie Dudelsack, Rauschpfeife und Krummhorn spielen gelernt. Später entdeckte er in England die Liebe zur Drehleier und spielt seit mittlerweile über 20 Jahren in diversen Folk-Ensembles traditionelle und auch moderne Folk-Musik, besonders gerne auch zum Tanz.

Seit ca. 3 Jahren verbindet er musikalische Leidenschaft und berufliche Fähigkeiten und entwickelt die "MidiGurdy": eine elektronische Drehleier, die sowohl als Übungsinstrument als auch als neuartiges Musikinstrument großes Interesse geweckt hat.


Thorsten Stoye 

wurde 1964 in Hamburg geboren und wohnt heute mit seiner Familie in Rellingen.Als Dipl.-Ing. Maschinenbau ist er beim Deutschen Elektronen-Synchrotron beschäftigt, in seiner freien Zeit lebt er jedoch auch als Musiker in vielen Bereichen: Ein ausgesprochener Multiinstrumentalist, der in verschiedenen Folk-Ensembles regelmäßig auf den unterschiedlichsten Bühnen steht.

Derzeit ist er musikalischer Leiter und Dirigent der Musical Company e.V. und Trompeter in diversen Ensembles und Big Bands.

Sein Herz gehört neben seiner Familie jedoch der europäischen Volksmusik der letzten 600 Jahre. In seiner kleinen Werkstatt in Rellingen baut er seit über 20 Jahren historische Blasinstrumente nach; eine Passion, in der er seine berufliche technische Ausbildung mit seiner musikalischen Neigung in wunderbarer Weise vereint sieht. 


(Texte dieser Seite: Bernd Kottsieper / Psalter Dreyzehn)



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(Textzusammenstellung: Hans Jürgen Thomsen,  E-Mail: kammermusik-borstel@web.de)