Kammermusik in Borstel und Sülfeld e.V.

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ca. drei Wochen vor dem Konzert stellen wir die Konzertinformationen zur Verfügung

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Klavierabend

mit

Alexander Krichel

am Samstag, dem 19. Oktober 2019

im Herrenhaus Borstel

Mit 30 Jahren hat sich Alexander Krichel als eine der vielversprechendsten und intelligentesten Stimmen unter den jungen Pianisten etabliert. Seit er mit seiner beeindruckenden Debüt-CD für Sony Classical zum ”Nachwuchskünstler des Jahres” beim ECHO Klassik 2013 gekürt wurde, hat der deutsche Pianist eine Reihe von Aufnahmen veröffentlicht, die von der Kritik mit Begeisterung gefeiert wurden, darunter Rachmaninovs Zweites Klavierkonzert mit der Dresdner Philharmonie unter Michael Sanderling und zuletzt „Miroirs“, ein Album mit Solo-Repertoire von Maurice Ravel.

Am 1. Februar 2019 erschien seine fünftes Album mit dem Titel „An die ferne Geliebte“ mit Werken von Beethoven, Wagner, Kreisler und Schumann bei Sony Classical. Die Tournee zum neuen Album umfasst rund 20 Konzerte, u.a. im Konzerthaus Berlin, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Konzerthaus Wien, dem Kurhaus Wiesbaden, der Meistersingerhalle in Nürnberg, sowie in Zürich, Bremen und Kiel.

Der gebürtige Hamburger begann sein Klavierspiel im Alter von sechs Jahren und wurde mit fünfzehn Vorstudent an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. 2007 setzte er seine Studien bei Vladimir Krainev an der Hochschule für Musik, Theater und Medien fort, bevor er zu Dmitri Alexeev an das Royal College of Music in London ging, wo er sein Studium 2016 mit Auszeichnung abschloss. Von 2012 bis 2015 war Krichel Künstler des stART Förderprogramms von Bayer Kultur.

Abseits des Klaviers begeistert sich Alexander Krichel für Mathematik, Naturwissenschaften und Fremdsprachen. Er engagiert sich in Projekten, die Kindern und Jugendlichen Zugang zur klassischen Musik verschaffen und setzt sich in der Hospizarbeit in Hamburg ein.

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Alexander Krichel spielt in einem faszinierenden Programm voller Liebesleid und Liebesfreud Klavierwerke von Beethoven, Schumann, Wagner, Liszt und Kreisler.

Programm des Konzertabends am 19.10.2019:

Ludwig van Beethoven (1770 - 1827) 

An die ferne Geliebte op. 98

1-Auf dem Hügel sitz ich spähend

2-Wo die Berge so blau

3-Leichte Segler in den Höhen

4-Diese Wolken in den Höhen

5-Es kehret der Maien, es blühet die Au

6-Nimm sie hin denn, diese Lieder 

Transkribiert für Klavier von Franz Liszt

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Fritz Kreisler (1875 - 1962)

1-Liebesleid

2-Liebesfreud

Transkribiert für Klavier von Sergej Rachmaninov

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Richard Wagner (1813 - 1883)

Isoldes Liebestod aus der Oper Tristan und Isolde

Transkribiert für Klavier von Franz Liszt

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Robert Schumann (1810-1856)

Symphonische Etüden op.13

Thema – Andante

Etude l – Un poco più vivo

Etude ll - Marcato il canto

Etude lll – Vivace

Etude lV -

Etude V – Scherzando

Etude Vl – Agitato

Etude Vll – Allegro molto

Variation l

Variation ll

Variation lll

Variation lV

Variation V

Etude Vlll - Sempre marcatissimo

EtudelX- Presto possibile

EtudeX-

EtudeXl- Con espressione

EtudeXll- Finale – Allegro brillante

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1816 komponierte Ludwig van Beethoven mit „An die ferne Geliebte“ den ersten Liederzyklus der Musikgeschichte. Beethoven widmete es seinem Freund und Förderer Fürst Joseph von Lobkowitz, der das Werk, kurz nach dem Tod seiner Frau, bei ihm in Auftrag gab. Mit diesem Liederzyklus in der Klaviertranskription von Franz Liszt eröffnet jetzt Pianist und ECHO-Preisträger Alexander Krichel sein gleichnamiges Solo-Album „An die ferne Geliebte“, das sich um die Liebe und die Sehnsucht in der Musik dreht. Daneben hat er mit Richard Wagners „Isoldens Liebestod“ sowie Fritz Kreislers „Liebesleid – Liebesfreud“ zwei weitere Klaviertranskriptionen eingespielt, die von Liszt bzw. Sergej Rachmaninov stammen. Und mit Robert Schumanns „Sinfonischen Etüden“ spielt er eines der anspruchsvollsten Klavierwerke der Romantik.

Um Abschied geht es nicht nur in Beethovens Zyklus „An die ferne Geliebte“ mit seinen sechs nahtlos ineinander übergehenden Liedern. Mit „Isoldens Liebestod“ aus dem 3. Akt von Wagners „Tristan und Isolde“ erklingt der wohl berührendste Abschiedsgesang, der jemals für das Musiktheater komponiert wurde. In seiner Transkription gelang es Franz Liszt, sowohl die Klangfülle des Orchesters, wie auch die Empfindsamkeit des Isolde-Gesangs so einzufangen, dass dieser „metaphysische Schwanengesang“ (Friedrich Nietzsche) auch am Klavier seine Wirkung nicht verfehlt.

Wesentlich virtuoser geht es zwischendurch in den beiden Walzern „Liebesleid“ und „Liebesfreud“ zu, die der legendäre Geiger Fritz Kreisler 1905 schrieb und die sein guter Freund, der russische Komponist und Pianist Sergej Rachmaninov für Klavier einrichtete.

Schumanns „Sinfonische Etüden“ stehen im Zentrum des Albums von Alexander Krichel. 1834 setzte sich Schumann an diese geistig wie manuell enorm anspruchsvolle Komposition. Ausgangspunkt war das Thema in Form eines Trauermarsches, das der Vater von Schumanns damaliger Verlobten Clara ihm geschickt hatte. Von den komponierten 17 Veränderungen, die als Etüden in Form freier Variationen angelegt sind, schaffte es jedoch lediglich ein Dutzend in die Erstausgabe. Die übrigen fünf Etüden, die Schumann verworfen hatte, wurden erst 1873 von Johannes Brahms herausgebracht. Seitdem werden die „Sinfonischen Etüden“ in den verschiedensten Fassungen gespielt. Alexander Krichel spielt nun die fünf postum veröffentlichten Variationen nach der offiziell 7. Etüde. Krichel: „Nach den fünf Variationen, die einen ganz weit weg aus der Realität saugen, ist es dann diese 8. Etüde, die einen wieder zurückholt, die die stärkste Gravitation besitzt. Davon handelt auch ein wenig die CD. Es geht um diese Umschwünge und plötzlichen Richtungsänderungen, die einem in der Kunst, in der Musik widerfahren können – wie auch im Leben.“

Erläuterung

In den Jahren um 1830 erlebte die Klavieretüde eine plötzliche und unverhoffte Aufwertung durch die jungen Romantiker. Frédéric Chopin arbeitete zwischen 1828 und 1832 seine zwölf Etüden Opus 10 aus, die ersten romantischen Beispiele eines Genres, das bislang nur der technischen Ertüchtigung angehender Pianisten gedient hatte. Nun aber wurde die Idee der Etüde, ein bestimmtes technisches Problem in einer exemplarischen Übung abzuhandeln, mit romantischem Inhalt gefüllt. Ob Dreiklangsbrechungen oder Triolenetüde, ob halsbrecherische Passagen oder Legato-Studie – jedes einzelne dieser technischen Probleme wurde plötzlich in Klavierpoesie verwandelt. Dabei dienten die Präludien von Bachs Wohltemperirtem Clavier als Vorbild.

Als Robert Schumann daran ging, seinen größten Band von Etüden zu schreiben, hatte er Chopins Opus 10 schon vor sich, ebenso Bachs Präludien. In der Romantisierung des Genres ging er noch einen Schritt über seine Vorbilder hinaus, indem er die Idee der Etüde mit der Form von Variationen verband. Auch darin war ihm Bach Lehrmeister: Wie der Thomaskantor in den „Goldbergvariationen“ die jeweils zweite Variation der Dreiergruppen in eine technische Etüde verwandelt hatte, dabei aber stets auf dem Boden der gleichen Harmoniefolge geblieben war, so nahm sich nun auch Schumann ein einziges Thema zur Grundlage für zwölf Etüden, die zugleich Variationen des Themas waren. Deshalb lautet der Originaltitel von Schumanns Opus 13: Etüde in Form von Variationen. Erst im Untertitel kreierte Schumann jenen Begriff, den die Nachwelt zum eigentlichen Titel des Opus erkoren hat: Symphonische Etüden. „Symphonisch“ meint hier die thematische Arbeit mit dem Thema, aber auch die geheimen Orchesterstimmen, die sich im Klaviersatz verbergen. Deshalb wollte der Komponist das Opus ursprünglich „Variationen von orchestralem Charakter“ nennen, während ein anderer verworfener Titel den ernsten Ausdruck betont hätte: „Pathetische Variationen“. Nach den Worten des französischen Schumannforschers Marcel Beaufils zählen die Symphonischen Etüden zu den „großen Hymnen auf die tränenreichen Freuden der Starken …, eine der höchsten Eingebungen Schumanns“, ein „athletisches Werk“.

Bei der pianistischen „Athletik“ seines Opus 13 dachte Schumann weniger an sein eigenes Klavierspiel als vielmehr an die pianistischen Künste seines damaligen Lebens- und Kunstgefährten Ludwig Schunke, der im Dezember 1833 nach Leipzig gekommen war, freilich bereits im Herbst 1834 an Tuberkulose starb. Von seinem Klavierspiel schrieb Schumann bewundernd: „Ja, ihn spielen zu hören! Wie ein Adler flog er und mit Jupiterblitzen, das Auge sprühend, aber ruhig, jeder Nerv voll Musik.“ Noch eine andere Klavier- und Liebesbeziehung des Jahres 1834 spielte in die Symphonischen Etüden mit hinein: das Verhältnis zu Ernestine von Fricken. Von ihrem Vater, einem reichen Baron aus dem böhmischen Städtchen Asch, war sie zum Klavierstudium nach Leipzig geschickt worden, und zwar zu Friedrich Wieck, dem Lehrer Schumanns und Vater der damals gerade berühmt werdenden Clara Wieck. Die fünfzehnjährige Clara war damals schon in Schumann verliebt und musste nun Ernestine als ältere und reifere Nebenbuhlerin tränenreich hinnehmen. Wenigstens pianistisch konnte die junge Frau aus Böhmen Clara nicht das Wasser reichen, ansonsten aber begeisterte sich Schumann so für Ernestine, dass er schon an Heirat dachte. Als er aber erfuhr, dass sie nur die Adoptivtochter ihres Vaters war und keinerlei Anspruch auf dessen Einkünfte erheben konnte, ließ er sie fallen. Nur eine reiche Heirat wäre für den mittellosen Komponisten in Frage gekommen.

Dem Vater Ernestines, Baron von Fricken, verdankte Schumann nicht nur diverse Einladungen nach Asch, sondern auch das Thema der Symphonischen Etüden. Der Erstdruck weist eigens darauf hin, dass die Melodietöne (nicht die Akkorde) der Einfall eines „Amateurs“ seien. Ob diese Melodie von Baron von Fricken selbst stammte oder ob dieser Schumann nur das Thema eines Freundes geschickt hatte, ist unklar. Jedenfalls ließ sich der Komponist vom melancholischen Zauber dieses cis-Moll-Themas mit seinen fallenden Dreiklängen anstecken. Gleich die erste Variation ist „symphonisch“ empfunden: Aus der Tiefe des Klaviers entsteht eine Art Orchestermarsch, ein kontrapunktisch gestaffeltes, eigenwilliges Gebilde. So entfernt sich auch jede der folgenden Etüden mehr oder weniger weit vom Thema und drückt ihm seinen eigenen Stempel auf. Dabei werden den zwölf gedruckten Variationen heute meistens noch weitere hinzugefügt, nämlich jene fünf Variationen, die Schumann vor der Drucklegung aussortiert hat. Nina Tichman stellt vier dieser Sätze unter dem Titel Variation zwischen die Etüden. Die Variation I spielt sie nach der ersten Etüde, die Variation IV nach der fünften Etüde und zwei weitere Variationen nach der siebten Etüde. In unserem Programm erklingen also insgesamt 16 Variationen bzw. zwölf Etüden und vier Variationen.

„Jede dieser Etüden ist ein eigenständiges Charakterstück von beachtlichem Ausmaß. Vor allem in der kraftvoll-jubilierenden zwölften Variation, einem ausgewachsenen Finalsatz, den er ursprünglich Siegesmarsch überschreiben wollte, erinnert nur noch wenig an den thematischen Ausgangspunkt dieses Zyklus. Brillanz und Polyphonie, Energie und Expressivität sind die bestimmenden Komponenten dieses pianistischen Mammutwerks … Schumann ist überzeugt, dass dieses Werk beim allgemeinen Publikum nicht ankommen wird, und rät Clara von einer öffentlichen Aufführung ab.“ (Martin Demmler) Dennoch war es Clara, die das Opus in einem Klavierabend im Leipziger Gewandhaus aus der Taufe hob. Alle bösen Gedanken an Ernestine von Fricken und die Eifersucht des Jahres 1834 musste sie dabei ausklammern. (Karl Böhmer)

(Quellen: Wikipedia, Kammermusikführer Villa Musica, Karl Böhmer,Alexander Krichel)

  


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Konzert mit der

Trompetenklasse Prof.Höfs

am Sonntag, dem 13. Oktober 2019, 16:00 Uhr

im Herrenhaus Borstel

Es ist ein Konzert mit dem Trompetenensemble der Trompetenklasse Prof. Matthias Höfs von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Sechs Trompeter des Ensembles stellen Werke aus verschiedenen Epochen vor – von Bach bis Blues.

Das Konzert findet in Kooperation mit der "Marianne und Bernd-E. Korthals Stiftung" statt. Im Mittelpunkt des Konzertes steht ein Wettbewerb, in dem herausragende Trompeter der Trompetenklasse ihr Können unter Beweis stellen. Die Marianne und Bernd-E. Korthals Stiftung honoriert den ersten bis dritten Platz mit Geldpreisen.

Der Trompeter Matthias Höfs ist durch seine ausgedehnte Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker mit umfangreichen CD-Einspielungen einem großen Publikum bekannt und ebenso bedeutsam ist seine Trompetenklasse an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Zahlreiche Absolventen seiner Klasse bekleiden inzwischen Spitzenpositionen in deutschen Sinfonieorchestern, sowie auch international in den Orchestern in Tokyo, Buenos Aires, Qatar und Nowosibirsk.

Es geht bei diesem Konzert nicht um die kräftigen Orchestertöne, nicht um das Ensemblespiel einer großen Trompetengruppe, sondern um das feine und nuancenreiche Spiel der Kammermusik. Es wird ein umfangreiches Programm geboten mit Werken für Trompete und Klavier von Bach bis Blues. Begleitet wird der jeweilige Trompeter von der Pianistin Mayuko Arita von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Sie werden also bei jedem Werk einen anderen Trompeter hören.

Der Wettbewerb begann bereits mit einer Vorentscheidung in der Hamburger Musikhochschule. Drei Musiker haben sich für das Finale qualifiziert:

Fedor Piliavskii , Sayaka Matsukubo, Alejandro Hincapié Orozco

Der schöne Gartensaal im Herrenhaus Borstel mit dem Konzertflügel ist genau der richtige Ort für diesen besonderen Konzertnachmittag.





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(Textzusammenstellung: Hans Jürgen Thomsen,  E-Mail: kammermusik-borstel@web.de)