Kammermusik in Borstel und Sülfeld e.V.

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Konzert

 mit dem

Trio Gaubert

Fanny Mayne - Flöte
Nicolas Faure - Violoncello
Patrik Hévre - Klavier

am Samstag, dem 21. September 2019

im Herrenhaus Borstel

Das Trio GAUBERT wurde 2014 von der französischen Flötistin Fanny Mayne, dem französischen Cellisten Nicolas Faure und dem tschechischen Pianisten Patrik Hévr während ihres Studiums an der Hochschule für Musik Nürnberg und der Hochschule für Musik München gegründet.

Schon nach kurzer Zeit ihres gemeinsamen Musizierens beeindruckte das Trio bei Konzerten und Wettbewerben (Leopold Bellan, Fnapec in Paris, Europäischer Kammermusik-Wettbewerb, etc.) als ein Ensemble mit ausgefeilter Spielkultur und hoher Professionalität.

Alle drei jungen Musiker sind Stipendiaten der YEHUDI MENUHIN „Live Music Now“ e.V.in München und konzertieren bereits regelmäßig in Deutschland und in benachbarten europäischen Ländern. Renommierte Künstler wie Bernhard Schmidt vom Mandelring Quartett, Dirk Mommertz vom Fauré Quartett und Nina Janßen-Deinzer vom Ensemble Modern haben sie kammermusikalisch nachhaltig geprägt. Alle drei sind unabhängig voneinander auch solistisch sehr erfolgreich.

Im März 2015 wurde das Trio GAUBERT mit dem 2. Preis beim Kammermusikwettbewerb des Mozartvereins 1829 ausgezeichnet.

„ [...] hier präsentierten sich hochbegabte junge Musiker, die bereits einen individuellen Klang und Geschmack gefunden haben.

Ich bin sicher, dass dieses wunderbare Trio in unserer aktuellen Musikwelt noch von sich hören machen wird und einen Platz im umkämpften Klassikmarkt erobern wird.“

„ [...] Trio mit exzellenten Musikern [..] von hohem künstlerischen Rang.“

Prof. Wolfgang MANZ , Hochschule für Musik Nürnberg , Mozartverein 1829 e.V. Nürnberg


Die Musiker des Ensembles:

Fanny Mayne (Flöte)
Nicolas Faure(Violoncello)
Patrik Hévr (Klavier)

Fanny MAYNE Ihre herausragenden musikalischen Fähigkeiten wurden schon früh erkannt und sie wurde schon sehr bald als hochtalentiert angesehen. In ihren brillanten, eleganten und gefühlvollen Konzerten verzaubert sie die Zuhörer. Zahlreiche bekannte Musiker und Flötisten loben ihr wunderbares, fesselndes und farbenprächtiges Spiel.

Nach ihrer Ausbildung in Frankreich folgten Studien in Wien, Innsbruck, München und Nürnberg. Als begeisterte Kammermusikerin ist Fanny MAYNE mit zahlreichen Ensembles aufgetreten (Bläserquintett | Querflötenquartett|Trio Querflöte, Gesang, und Klavier | Querflöte und Gitarre | Querflöte, Bratsche, Cello, und Gitarre | Querflöte, und Streichtrio |Querflöte und Harfe |etc.) Während drei aufeinander folgenden Sommern spielte sie beim Jeune Art Russe (Junge Russische Kunst) Festival, das in Cannes stattfand, bevor sie nach Moskau flog, um hier am Ars Longa Festival teilzunehmen. Die Kammermusik-Konzerte in der Gnessin Akademie und dem Tschaikowski-Haus Museum werden für immer in ihrem musikalischen Gedächtnis bleiben.

Nicolas FAURE ist ein brillanter und begeisterter französischer Musiker, der bereits zahlreiche Konzerte in ganz Europa gespielt hat (Frankreich, Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz, Holland, Weißrussland…) Als erfahrener und fesselnder Cellist, spielt Nicolas kraftvolle Aufführungen, voll von Gefühl und Leidenschaft, angetrieben von einer klaren und respektvollen Vision der Musik. Mit seinem geschmeidigen, energiegeladenen und warmen Spiel kann er stets das gesamte Publikum überzeugen, das von seinem einzigartigen Talent und seiner betörenden Bogenführung verzaubert wird.

Er nahm an zahlreichen zeitgenössischen Musikaufnahmen sowohl auf CD als auch für das ORF Radio teil und trat regelmäßig mit dem Innsbrucker Opern Orchester (Tiroler Symphonie Orchester Innsbruck), dem Camerata Vivaldi, dem Bayerischen Kammerorchester Bad Brückenau und dem Münchner Opern Orchester auf. Er spielte in den größten Häusern Europas (Wien Musikverein, Wien Konzerthaus, Salzburg Musikfestspiel, München Gasteig Philharmonie, Zürich Tonhalle, Bern Casino, Roma Citta della Musica, Firenze Teatro Verdi.

Nicolas Faure hat am Clermont-Ferrand Conservatoire in der französischen Region Auvergne Musik studiert, sowie am Cachan Conservatoire in der Nähe von Paris, wo er seine DEM (musikalisches Diplom) Prüfung in Cello und Kammermusik mit den höchsten Ehren, mit einstimmiger Auszeichnung und den Glückwünschen der Jury, abgelegt hat.

Patrik Hévr Geboren 1989 in Prag, begann Patrik Hévr mit fünf Jahren Klavier zu spielen. Von 2001 bis 2009 besuchte er das Gymnasium “Jan Neruda” mit musikalischer Ausrichtung in Prag in der Klavierklasse von Jan Tůma. 2009 – 2012 studierte und absolvierte er erfolgreich am Prager Konservatorium bei Martin Kasík, seit dem Wintersemester 2010/11 bei Prof. Wolfgang Manz an der Hochschule für Musik Nürnberg, wo er auch 2016 sein Master mit 1,0 abgeschlossen hat.

Patrik Hévr nahm an Meisterkursen in Deutschland, Tschechien und Norwegen teil, und ist erster Preisträger vieler nationaler und internationaler Wettbewerbe, wie den Wettbewerben "Karlovarská růžička“ (2000), Prague Junior Note (2001), dem internationalen Klavierwettbewerb „Virtuosi per musica di pianoforte“ in Ústí nad Labem (2003) und dem internationalen Smetana Klavierwettbewerb in Pilßen (2004). 2005 gewann er den 3. Preis beim internationalen Klavierwettbewerb “Carl Czerny” in Prag, 2012 gewann er beim Klavierwettbewerb des Prager Konservatoriums.

Er gibt Solokonzerte mit Orchestern in den wichtigsten Prager Konzertsälen (Rudolfinum, St.Simon und Juda Kirche, etc.) sowie Solo- und Kammermusikkonzerte mit dem Trio Gaubert in anderen Städten in Tschechien, Deutschland (Bayreuth, Nürnberg, München, Saarbrücken, Trier, etc.), in Norwegen, Dänemark oder Italien. Und tritt als Solist in Konzerten u.a. mit der Tschechischen Philharmonie, dem Orchester der Hauptstadt Prag oder Nürnberger Symphoniker auf.

Programm des Konzertabends:

Ludwig van BEETHOVEN (1770-1827)

Trio B-Dur Gassenhauer Trio op. 11

- Allegro con brio

- Adagio

- Tema con Variazioni

Carl Maria von WEBER (1786-1826)

Trio für Klavier, Flöte und Violoncello g-Moll op. 63

- Allegro moderato

- Scherzo Allegro vivace

- Schäfers Klage Andante espressivo

- Finale Allegro

*** PAUSE ***

Carl CZERNY (1791-1857)

Fantasia concertante für Klavier, Flöte, Violoncello op.256

Philippe GAUBERT (1879-1941)

- Pièce Romantique

Johann Nepomuk HUMMEL (1778-1837)

Adagio, Var. und Rondo über ein russisches Thema op.78



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Das „Gassenhauer-Trio“ von Ludwig van Beethoven wurde für Klarinette, Violoncello und Klavier geschrieben. Es wird aber auch in der klassischen Klaviertrio-Besetzung mit Violine statt der Klarinette gespielt oder wie bei dem diesem Konzert mit der Flöte. Seinen Beinamen „Gassenhauer-Trio“ erhielt es aufgrund seines dritten Satzes, der ein Thema aus der komischen Oper L’amor marinaro (deutsch: „Die Liebe unter den Seeleuten“) von Joseph Weigl als Variationen verarbeitet.

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„Ging sehr gut und wirkte wie ich gewollt“ schrieb Carl Maria von Weber am 21. November 1819 in sein Tagebuch, nachdem sein g-Moll-Trio op.63 in einem Dresdner Privatkonzert uraufgeführt worden war. Sein Rang als bedeutendstes Klaviertrio der Romantik vor Schubert wurde aber nicht hinreichend gewürdigt. Dies mag auch an der Besetzung mit Flöte liegen, obschon gerade sie biographisch wie inhaltlich den Schlüssel zum Verständnis liefert.

In einem Vortrag 1999 in Schloss Engers zeigte der Musikwissenschaftler Joachim Veit, wie sehr das Trio auf einer zeittypischen Verquickung von Biographie und romantischer Ästhetik beruht. Weber widmete es seinem Flöte spielenden Medizinerfreund Philipp Jungh und griff dabei auf einen Triosatz zurück, den er 1813 im Prager Freundeskreis mit Jungh musiziert hatte. Es war ein Adagio mit dem Titel Schäfers-Klage, das von einem gleichnamigen Gedicht Goethes inspiriert und dem Schäferinstrument Flöte auf den Leib geschrieben war. Aus dieser Schäfers-Klage wurde in Dresden 1818/19 das viersätzige Trio, dessen romantischer Klagegestus sich aus der Keimzelle des Werkes erklärt.

Weber verwendete für das Adagio eine Volksweise, die in Deutschland mit den unterschiedlichsten Texten kursierte und auch von Clemens Brentano in „Des Knaben Wunderhorn aufgenommen worden war. Erst durch Goethe wurde sie zur Schäfers-Klage, denn der Dichter verfasste zur Melodie des Volkslieds einen neuen Text: sein Gedicht Schäfers Klagelied.

Die Liedmelodie des Variationssatzes wird zunächst in rührender Einfachheit in der Flöte vorstellt. Wir sehen gleichsam, die Flöte spielend, Goethes Hirten vor uns. Erst Webers harmonisch reicher Klaviersatz macht aus der simplen Weise ein hochromantisches Adagio, dessen Variationen zunehmend in Mollregionen abschweifen. Gegen Ende – nach einer Flötenkadenz – setzt das Thema im Klavier nurmehr stockend an, worauf es von Flöte und Cello ins tieftraurige b-Moll gewendet wird.

Zu Beginn des Finales wird der Gegensatz zwischen Moll und Dur, sozusagen das Motto des Werkes, fast überspitzt: Ein Tanzthema des Klaviers in chromatisch angereichertem g-Moll wird vom Cello mit einem Moll-Einwurf beantwortet, dann aber von der Flöte gewaltsam in rauschendes Dur verwandelt. Immer wieder ist es die Flöte, die den Ausdruck ins Brillante wenden will, immer wieder führen Cello und Klavier in die dunkleren Regionen zurück.

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Ein Werk des Namengebers des Trio Gaubert darf bei diesem Konzert nicht fehlen. Philippe GAUBERT (1879-1941) war ein bedeutender Flötist und Komponist seiner Zeit. Er hatte eine Professur am Pariser Konservatorium und war Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Pariser Oper. Sein kompositorisches Werk ist stilistisch von Gabriel Fauré beeinflusst.

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Das beliebte Trio op.78 des österreichischen Pianisten und Komponisten Johann Nepomuk Hummel für Flöte, Violoncello und Klavier mit seinen Variationen über das russische Lied "Schöne Minka, ich muß scheiden" ist ein spieltechnisches Bravourstück.

Johann Nepomuk Hummels Vater, Johannes Hummel, zog 1786 mit seiner Familie nach Wien. Dort nahm Wolfgang Amadeus Mozart den begabten Johann Nepomuk in seinen Haushalt auf und gab ihm kostenlos Unterricht. 1788 bis 1793 unternahm der junge Klaviervirtuose in Begleitung seines Vaters Konzertreisen bis nach Dänemark und England.

1804 wurde Hummel auf Joseph Haydns Empfehlung hin dessen Nachfolger als Hofkapellmeister beim Fürsten Esterházy. In seinen Wiener Jahren war Hummel auch eng mit Beethoven befreundet und wirkte 1813/1814 bei der Aufführung einiger Werke Beethovens mit.




Quellen: Wikipedia, Kammermusikführer Villa Musica

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(Textzusammenstellung: Hans Jürgen Thomsen,  E-Mail: kammermusik-borstel@web.de)